07.11.2011, 00:29  von Oliver Jaindl

AvW: Quote wird mager

Bild: WB/Peroutka

Privatkonkurs: Am Dienstag erster Termin am Bezirksgericht

Graz. Am Bezirksgericht Graz-West findet am Dienstag die erste Gläubiger­versammlung nach der Eröffnung des Schuldenregulierungsverfahrens („Privatkonkurs") gegen Wolfgang Auer von Welsbach statt. Wie viele Gläubiger kommen werden, sei laut der zuständigen Richterin nicht abschätzbar.

Wie berichtet haben im Strafverfahren 9000 Anleger je 500 € Vorab-Schadenersatz gegen Auer von Welsbach zugesprochen bekommen. Da die Forderungen nicht einbringlich waren, wurde über das Vermögen Auer von Welsbachs die Insolvenz eröffnet.

Laut Masseverwalter Gerhard Brandl steht Welsbachs Privatstiftung im Zentrum des Verfahrens. Früher war der in der Causa Telekom ins Gerede gekommene Broker Johann Wanovits einer der Vorstände der Stiftung. Er habe vor Auffliegen der AvW-Affäre sein Mandat zurückgelegt. „Aufgrund persönlicher Differenzen", sagt Wanovits.

Sparbuch aufgetaucht
Wanovits wollte keine Angaben machen, welche Vermögenswerte sich in der Stiftung befinden. Auch die jetzigen Vorstände - etwa die Frau ­eines Ex-AvW-Aufsichtsrats - konnten dazu nichts sagen oder waren nicht erreichbar.

Laut Auer von Welsbachs Frau befänden sich in der Stiftung das Haus in Wörthersee-Nähe sowie ein Sparbuch mit 20.000 € Guthaben. Die Frau hatte den Inhaftierten in der Vorwoche besucht. Aus dem Gefängnis Graz-Karlau ließ Auer von Welsbach ausrichten, dass er sein Vermögen offenlegen wolle. Laut Justiz befindet sich auf eingefrorenen AvW-Konten kein Geld mehr.

Somit zeichnet sich ab, dass für die Gläubiger nur eine geringe Quote zu holen sein wird. Insgesamt müsste der Verurteilte allein an Vorab-Schadenersatz 4,5 Millionen € leisten. Der Wert der Liegen­schaft dürfte unter einer Million € liegen. Brandl kündigt Anfechtungsklagen an, falls ans Licht käme, dass vor Auffliegen der AvW-Affäre Stiftungsvermögen beiseite geschafft worden ist.

 

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