06.11.2011, 18:20  von Barbara Forstner

Österreich ist ein harter Brocken für Fast-Food-Ketten

Bild: colourbox

Vollmundig sind sie einst angetreten, um Österreich mit ihren Lokalen zuzupflastern. Viele Fast-Food-Ketten sind aber am Expansionsweg verhungert. Ausnahmen gibt es.

Österreich ist ein hartes Pflaster für Schnellimbissketten, die nicht McDonalds heißen. So manch vollmundig angekündigte Expansionsoffensive ist in den vergangenen Jahren am Markt verhungert. „Pizza Hut“ überlebte gerade einmal sieben Jahre. Statt der geplanten 50 Standorte wurden nur fünf realisiert, 2003 hatten die US-Amerikaner hierzulande ausgespielt.

Zähne ausgebissen
Die Sandwich-Kette Subway biss sich 2005 die Zähne aus und schlitterte in den Konkurs. Sie plant gerade wie berichtet den Wiedereinstieg und hat derzeit sechs Niederlassungen. Hendlgriller Wienerwald mit einst 68 Restaurants musste massenweise Standorte schließen. Schnitzelland-Betreiber Peter Binder übernahm 2010 die Reste. „Seither haben wir den Umsatz um 20 Prozent gesteigert und den Turnaround geschafft“, sagt Binder.

Schwieriger Markt

Neun Restaurants gibt es zur Zeit, Anfang Dezember wird mit einer neuen Niederlassung in Klagenfurt auch ein anderes Konzept auf den Tisch kommen: Binder will mit „Wienerwald Fast and Fresh“ durchstarten. „Wir arbeiten an der Erweiterung im Süden, weil dort der Markt brach liegt.“ In den nächsten fünf Jahren will Binder seinen Expansionshunger mit 20 neuen Standorten stillen. US-Konkurrent Kentucky Fried Chicken (KFC) ist weniger gut aufgestellt. Die Kette trat 2005 mit dem Vorsatz an, 45 Standorte zu eröffnen. Geworden sind es gerade einmal vier.

Auch US-amerikanische Burgerspezialisten legten hierzulande anfangs keine starke Performance hin. Burger King kam 1980, verbrannte sich aber schnell die Finger und musste kurze Zeit später wegen Erfolglosigkeit wieder schließen. Erst zwanzig Jahre später starteten die Amerikaner  erneut. Heute hält Burger King bei 31 Standorten und ist nach Platzhirsch McDonalds die Nummer zwei in Österreich.

Der Abstand zwischen den Konkurrenten ist allerdings gewaltig: McDonalds hält bei 176 Lokalen und will heuer noch vier bis fünf eröffnen: „Österreich ist ein schwieriger Markt. Wir versuchen aber mit immer neuen Produkten gegenzusteuern“, sagt Sprecherin Claudia Pazanella.  482 Millionen € setzte der Marktführer mit rund 8500 Mitarbeitern im Vorjahr um.

In der Systemgastronomie wurden 2010 insgesamt 1,2 Milliarden € erwirtschaftet. Der Happen, der hier zu holen ist, ist also groß.

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