19.09.2012, 13:59  von Christian Kreuzer / Eva Komarek

Vontobel will Österreich-Tochter liquidieren

Bild: WB/Mayr

Privatbanken. Laut gut infomierten Kreisen hat Vontobel den laufenden Verkaufsprozess gestoppt.

Wien. Die Schweizer Bank Vontobel gibt das Onshore-Vermögensverwaltungsgeschäft in Österreich endgültig auf. Österreichische Kunden sollen in Zukunft von Zürich aus betreut werden, teilte Vontobel am Dienstagabend mit.

Das WirtschaftsBlatt hatte bereits Ende Juli über die Pläne Vontobels, die Österreich-Töchter zu liquidieren berichtet. Seit Längerem hatten die Schweizer Möglichkeiten eines Verkaufs geprüft.

Wie aus Bankenkreisen zu hören war, gab es auch einige Interessenten. Dem Vernehmen nach soll es sich dabei um die Schweizer Privatbanken Julius Bär und Valartis sowie die Liechtensteinische Landesbank gehandelt haben. Ebenfalls zu den Bietern soll der heimische Hedgefonds-Anbieter Superfund um Christian Baha gehören. Die Bank in Zürich ließ verlauten, sie kommentiere keine Gerüchte.

Betroffen von der Liquidierung sind 53 Mitarbeiter in Wien und vor allem in Salzburg, wo Vontobel in Österreich ihren Hauptsitz hatte. Österreich war nach der Schweiz und Deutschland der drittgrößte Markt für Vontobel.

Die Bank konzentrierte sich auf das Private Banking sowie auf das Asset Management. Allerdings lief das Geschäft im Asset Management in den letzten Jahren zunehmend schlechter. So hat laut Branchenkennern neben der Allianz zuletzt auch die Generali Versicherung ihre Portfolios abgezogen.

Rote Zahlen

Das machte sich auch in der Gewinn-und Verlustrechnung bemerkbar: So schrieb die Schweizer Privatbank in den letzten Jahren in Österreich Verluste. 2010 lag das Minus bei rund 51.000 €, das Jahr davor bei 422.000 € (siehe Kasten). Für das vergangene Jahr ist noch keine Bilanz im Firmenbuch ausgewiesen. In der Bilanz der Schweizer Mutter wurde die Österreich-Tochter mit 44,8 Millionen €bewertet.

Häufige Wechsel im Management kennzeichneten das Österreich-Geschäft. Schon vor einiger Zeit ist der langjährige Vorstandschef von Vontobel-Österreich, Marcel Landesmann, aus dem Unternehmen ausgeschieden.

Er wechselte zur Bank Gutmann und soll sich hier um das Salzburg-Geschäft kümmern. Auch aus dem Vorstand ausgeschieden ist zuletzt Martin Wachter, der für den Bereich Asset Management verantwortlich war. Noch im Frühjahr dieses Jahres haben die Schweizer Eigentümer die Österreich-Tochter umstrukturiert. Der Bankbetrieb wurde rückwirkend zum Ende des Jahres abgespalten.

 

 

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Die Vontobel Privatbank verwaltet in Österreich nach eigenen Angaben 2,37 Milliarden €an Kundengeldern. Die Zahl stammt jedoch aus dem Jahr 2010, aktuellere Daten liegen nicht vor. Die Bilanzsumme der 100-prozentigen Tochter der Vontobel Holding in der Schweiz belief sich im Jahr 2010 auf 430,5 Millionen €. Die Schweizer Privatbank kam 1995 nach Österreich, zuerst nach Salzburg, wo sie lange Jahre die Salzburger Festspiele sponserte, später auch nach Wien. Im Jahr 2010 machte Vontobel Österreich einen Verlust in Höhe von rund 51.000 €. Im Jahr davor lag er bei 422.000 €.

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