17.08.2012, 11:59  von ekh

Erste Bank setzt auf steigenden Franken

Banken warnen vor einem Franken-Kursanstieg / Bild: dpa/Patrick Seeger

Franken-Kredite. Die SNB könnte den Mindestwechselkurs des Franken nicht mehr durchhalten, so die These der Banker, die wieder zum Konvertieren von Schweizer Franken-Krediten aufrufen.

Wien. Nach Angaben der Erste Bank haben seit Herbst 2011 rund 2.500 Kundinnen und Kunden ihre Schweizer Franken-Kredite konvertiert. Die Mehrheit setzt aber offenbar auf langfristige Entwicklungen. Die Zahl entspricht rund einem Siebtel jener Kunden, die einen Franken-Kredit bei der Erste Bank laufen haben. In der Erste Bank haben demnach noch rund 14.000 Privatpersonen einen Fremdwährungskredit mit einem aushaftenden Volumen von rund 2 Milliarden Euro.

In der Erste Bank selbst geht man offenbar davon aus, dass der Schweizer Nationalbank bald die Kraft fehlen könnte, den Franken beim fixen Wechselkurs von 1,20 Euro zu halten, „Neben der neuen Zinssituation ist es vor allem der Mindestwechselkurs des Schweizer Frankens, der sich bald verändern und damit nachteilig für Fremdwährungskreditnehmer wirken könnte", so der Wortlaut der Aussendung der Erste Bank vom Freitag.

Hinweis auf das Risiko

Die weitere Warnung: „Denn eine deutliche Verschärfung der Verschuldungskrise in der Eurozone könnte die Nachfrage nach Schweizer Franken als sichere Anlage enorm steigern. Dadurch wäre es für die Schweizerische Nationalbank (SNB) schwer, den Mindestwechselkurs von 1,20 zu verteidigen. Damit würde der Euro / Franken-Wechselkurs aller Voraussicht nach deutlich unter 1,20 notieren. „Daher sehen wir uns verpflichtet, auf das Risiko hinzuweisen", erklärt Erste Bank Privat- und Firmenkundenvorstand Peter Bosek.

Insgesamt sind in Österreich weiter 34 Milliarden Euro in Schweizer Franken aushaftend, fast 25 Prozent der Privatkredite in Österreich laufen auf Franken.

Das WirtschaftsBlatt 3 Wochen gratis testen
» Jetzt kostenlos bestellen

14:25

Die OeNB spart: 93 Jobs weg, Aus für Filialen Linz, Graz sowie US-Büro

14:20

Politik auf Urlaub: Einer fährt nach Griechenland

12:47

Pensionen: Antrittsalter innerhalb eines Jahres deutlich gestiegen

Mehr auf wirtschaftsblatt.at

    Mehr aus dem Web

    WERBUNG

    Kommentare

    5 Kommentare

    Verbleibende Zeichen: 1500

    Gast: Mosias meint

    wie so oft wird eine Meldung wie diese wissentlich vor einer Entscheidung die eigentlich nur einen Ausgang haben kann ausgegeben nun nach der Entscheidung der EZB doch den Euro zu retten hat sich der Franken schon stabilisiert und muss jetzt schon nicht mehr bei 1,20 gestützt werden ist von alleine schon über 1,20 gegangen. :-)

    verfasst am 10.09.2012, 08:01

    Gast: egal meint

    wo war die Pflicht der Bank im Vorfeld und rechtzeitig über dieses Risiko aufzuklären?????

    letztendlich ist das Betrug an der Masse der Fremdwährungskreditnehmer, da ein Großteil gar nicht wusste welches Risiko man dabei eingeht und die Banken lachen sich dabei ins Fäustchen....

    verfasst am 08.09.2012, 18:46

    Gast: Frage meint

    Wieso geht man nicht einfach in ein Casino oder in eine der vielen Automatenspielhallen und verspielt einfach dort das Geld?

    verfasst am 02.09.2012, 10:18

    hw007 meint

    Zum Konvertieren von Franken in Euro, muss der Schuldner einen Eurokredit aufnehmen, damit Franken kaufen und den Frankenkredit zurückzahlen. Diese Aktion steigert die Nachfrage nach Franken und damit den Kurs, so er nicht fixiert wäre.

    verfasst am 26.08.2012, 18:10

    Ja Ja wiso warnen die Banker jetzt vor einem hohen Franken? Na weil Sie selber das Geschäft machen wollen.
    Ewiges Wachstum geht halt net. Keine Pflanze oder Baum oder ein Tier macht das nur doofe Menschen.

    verfasst am 23.08.2012, 19:47

    12:22

    Insolvent am 03. Juli 2015

    Firmenpleiten. Täglich aktuell auf wirtschaftsblatt.at: Diese Insolvenzen hat der KSV1870 mit heutigem Datum registriert.

    12:19

    Neu im Geschäft am 03. Juli 2015

    Die Neugründungen von Unternehmen lesen Sie täglich aktuell auf wirtschaftsblatt.at. Diese Unternehmen wurden laut KSV1870 neu eingetragen.

    09:44

    "Lohndumping ist bei uns in Tirol kaum noch ein Thema"

    Laut Landesinnungsmeister Werner Jäger bedienen sich die großen Anbieter sicher nicht des Preisdumpings, um Reinigungsaufträge zu ergattern – manchmal ver­suchen es aber kleinere Firmen. Doch damit kommen sie in Tirol nicht weit.

    08:54

    "Gewaltmonopol sollte beim Staat bleiben"

    Ernst Reichmayr, der Inhaber des Waffenherstellers Steyr Mannlicher kämpft mehr mit Fachkräftemangel und politischen Einschränkungen als mit Imageproblemen. Im Interview spricht er über Waffengesetze, den IS und ein innovatives Sturmgewehr.

    08:25

    Bürokratieabbau: Die Geister, die man rief…

    Es ist kein für Vorarlberg typisches Problem und nicht auf eine Branche beschränkt: die überbordende Bürokratie, die den Unternehmen oft das Leben schwer macht.

    Die Redaktion empfiehlt

    Umfrage

    • Soll die geplante Vereinbarung von EZB, EU-Kommission und IWF, die am 25.6.2015 in die Eurogruppe eingebracht wurde und aus zwei Teilen besteht, angenommen werden?
    • Oxi (Nein)
    • Nai (Ja)