09.11.2012, 09:43  von Thomas Pressberger

Das Comeback der Innenstadt

Bild: APA/Georg Hochmuth

Betreiber und Entwickler von Einkaufszentren haben die Wiener Innenstadt wiederentdeckt; die Landeshauptstädte sollen folgen. Gleichzeitig hält der Luxus Einzug.

Wien. Immer mehr Einkaufszentren öffnen ihre Pforten in den Innenstädten - ein Phänomen, das nicht nur in Österreich zu beobachten ist. „Es handelt sich um einen europäischen Trend", sagt Handelsverbands-Präsident Stephan Mayer-Heinisch. Die Rückkehr der Shoppingcenter in die Stadtzentren sei eine logische Konsequenz: Die Mobilität werde teurer, weshalb hochfrequentierte Orte stärker genutzt würden. Aktuellste Beispiele für diesen Trend sind „The Mall" am Bahnhof Wien-Mitte oder das „Goldene Quartier" in der Wiener Innenstadt.

Auch in den Landeshauptstädten werde diese Tendenz immer mehr zu spüren sein, meint Roman Seeliger, stellvertretender Geschäftsführer der Bundessparte Handel. Damit einhergehende Frequenzsteigerungen würden sich wiederum positiv auf die Händler in der Umgebung und damit letztlich auf die Nahversorgung auswirken. Der Trend zu Einkaufszentren auf der grünen Wiese sei ­jedenfalls „gebrochen", sagt Seeliger.

Neue Flächen gesucht

„Die Trendumkehr ist zum Teil durch die Politik bedingt, weil das Raumordnungsgesetz strenger wurde", sagt Hanna Bomba-Wilhelmi, Geschäftsführerin des Standortexperten Regioplan. Entwickler würden ständig nach neuen Flächen suchen. Da diese auf der grünen Wiese nicht mehr so einfach zu bekommen seien, widmen sie sich den Städten, „auch wenn diese langwieriger und teurer zu entwickeln sind".
Den derzeitigen Ansturm internationaler Luxusmarken auf Wien betrachtet sie distanziert: „Ich sehe noch keinen Run auf Wien. Wien ist keine internationale Modestadt", sagt die Regioplan-Chefin. Diese Marken gebe es auch in anderen Städten. Trotzdem kann man von einer starken Dynamik bei ­Luxusmarken sprechen. Der Nobel-Shoppingtempel „Goldenes Quartier" ist in diesem Bereich der stärkste Motor. „Die Gegend blüht auf, es wird entsprechend Zulauf geben", sagt Helmut Schramm, Obmann des Wiener Modehandels. Luxusmarken würden ausschließlich Top-Lagen ­suchen, die bisher in Wien Mangelware waren. Dass diese nur aus Prestigegründen auf teure Flächen gehen, glaubt er nicht: „Geschäftslokale rechnen sich auf teurem Pflaster nur, wenn sie von den Herstellern betrieben werden." Diese haben eine ­höhere Spanne als reine Handelsunternehmen. Doch auch für die großen Marken müssten sich Standorte langfristig rechnen.

Gute Aussichten

Für Einkaufszentrenbetreiber gibt es jedenfalls gute Nachrichten bezüglich des heurigen Weihnachtsgeschäfts. Ernst & Young-Handelsexperte Markus Jandl glaubt, dass diese heuer zu den Gewinnern zählen werden: „Kaufhäuser und Einkaufszentren werden als Kaufstätten immer beliebter." Erste Anlaufstelle für Geschenke seien zwar nach wie vor Fachgeschäfte, doch nehme deren Anteil kontinuierlich ab. Der Trend zum Onlineeinkauf halte weiter an.

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