03.12.2012, 09:25  von Christian Kreuzer

Banken geben Baumax noch zwei Jahre Zeit zur Sanierung

Eigentümerfamilie Essl soll den Wagen wieder füllen / Bild: Elke Mayr

Baumarkt. Die angeschlagene Kette muss einen Sanierungsplan für das schwache Osteuropageschäft vorlegen.

Wien. Derzeit arbeitet das Management der Baumarktkette Baumax an einem Sanierungskonzept. In den nächsten Tagen soll dieses in groben Zügen vorliegen, ist zu hören. Die Gläubigerbanken wollen auf jeden Fall die Kette am Leben erhalten. "Es schaut nicht so schlecht aus", sagt ein Banker zum WirtschaftsBlatt. Die Institute, zu denen alle namhaften heimischen Großbanken zählen, wollen Baumax zwei Jahre Zeit geben, um den Sanierungskurs umzusetzen.

Ein Teil davon wird eine Redimensionierung des Osteuropa-Geschäfts betreffen. Vor allem die schwache wirtschaftliche Entwicklung in den Märkten Zentral- und Osteuropas hat die Baumarktkette in Schieflage gebracht. Zusätzlich wird auch die Eigentümerfamilie Essl einen neuerlichen Kapitalzuschuss leisten müssen. Die Rede ist von einem niedrigen zweistelligen Millionenbetrag. Es dürfte aber weniger sein als die zuletzt geleisteten 40 Millionen € aus den Familienstiftungen.

Bonität zurückgestuft

Die Gläubigerschutzverbände haben wie berichtet die Bonität von Baumax deutlich gesenkt. Die Creditreform reduzierte ihre Einstufung von zuvor "gut" auf nunmehr "schwach". Baumax zahle zwar seine Rechnungen noch pünktlich, doch dürfte die Liquidität angespannt sein, hieß es von den Gläubigerschützern. Auch der KSV1870 hat das Rating Anfang November einmal mehr nach unten revidiert. Er stuft die Baumarktkette mit "erhöhtem Risiko" ein. Der KSV gibt keine Kreditempfehlung mehr auf offene Rechnung. Die Banken haben sich indes auf ein faktisches Stillhalteabkommen geeinigt. Das heißt, sie werden ihre Kredite nicht fällig stellen. Baumax hat im Vorjahr hohe Verluste erlitten. Sowohl die Baumax AG, die das Österreich-Geschäft und die Holding umfasst, als auch die Baumax-Gruppe - dazu zählen neben der Baumax AG alle in- und ausländischen Tochterunternehmen - bilanzierten 2011 tiefrot. Demnach betrug der Nettoverlust der Baumax AG 14,6 Millionen €. Belastet wurde das Jahresergebnis durch außerplanmäßige Abschreibungen von zusammen rund 25 Millionen € in Ungarn und Kroatien. Operativ schrieb die Baumax AG zwar einen Gewinn von 13,9 Millionen €, was aber dennoch einem Rückgang von fast neun Millionen € gegenüber 2010 entspricht.

(WirtschaftsBlatt, Print-Ausgabe, 2012-12-03)

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