09.12.2012, 10:26

Privater Konsum dümpelt vor sich hin

Bild: WB/ PEROUTKA

Konsum. Trotz Jubelmeldungen des Handels zum 8. Dezember sind die Handelsumsätze rückläufig. Die OeNB revidierte Konsumprognose deutlich nach unten. Das Weihnachtsgeschäft dürfte unter Vorjahr liegen. Die Sparneigung ist gestiegen.

Wien. Der private Konsum hat zwar immer noch eine stabilisierende Wirkung auf die heimische Wirtschaft, große Sprünge macht er allerdings nicht. Das Wirtschaftsforschungsinstitut Wifo erwartet für 2012 ein reales Wachstum des privaten Konsums von 0,6 Prozent, für 2013 von 0,7 Prozent. Am 20. Dezember bei der neuen Schätzung wird sich weisen, ob die Herbstprognose hält.

Prognose deutlich revidiert

Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) hat ihre Juni-Prognose bereits deutlich nach unten revidiert und erwartet nun für 2012 nur noch ein Wachstum von 0,3 Prozent (nach 1,1 Prozent) für den privaten Konsum. Für 2013 gehen die Forscher von einem realen Zuwachs von 0,5 Prozent aus. "Zwar wachsen die Reallöhne stärker als im Jahr 2012, gleichzeitig fällt aber das Beschäftigungswachstum deutlich schwächer aus", hält die OeNB in ihrer jüngsten Prognose fest.

Die Prognose für den Handel (Einzel-, Groß- und Kfz-Handel) insgesamt dürfte nach unten revidiert werden, erwartet Wifo-Konsumexperte Jürgen Bierbaumer-Polly. Derzeit geht das Wifo noch von einem realen Rückgang von 0,4 Prozent für den gesamten Handel im heurigen Jahr aus. Dabei geht es dem Einzelhandel noch vergleichsweise gut, wenngleich die Umsätze der Unternehmen stagnieren. Groß- und Kfz-Handel mussten zuletzt starke Einbußen hinnehmen.

Gestiegene Sparneigung

Im ersten Halbjahr 2012 ist die Sparneigung der Menschen wieder gestiegen - zulasten des Konsums. "Die realen Einkommen wurden ins Sparen investiert und nicht in den Konsum", sagte Bierbaumer-Polly im Gespräch mit der APA. Insbesondere die Ausgaben für Gebrauchsgüter wie Autos oder Möbel gingen zurück. Die Pkw-Neuzulassungen etwa sanken von Jänner bis Oktober um rund drei Prozent.

Für das bereits angelaufene Weihnachtsgeschäft deuten diese Konjunkturdaten auf leichte Einbußen hin. "Die Haushalte geben eher ein bisschen weniger aus. Das Weihnachtsgeschäft vom Vorjahr wird schwer zu halten sein", so Bierbaumer-Polly. Positiv auswirken könnte sich allerdings, dass heuer unter dem Jahr mehr gespart wurde.

 

Das WirtschaftsBlatt 3 Wochen gratis testen
» Jetzt kostenlos bestellen

22:15

Stummvoll und Katzian duellieren sich am Runden Tisch

19:58

Alpine gescheitert - Insolvenzantrag folgt

19:13

"Das Recht geht vom Volk aus, nicht vom Gold"

WERBUNG

Kommentare

0 Kommentare

Verbleibende Zeichen: 1500

18:38

Ludwig Scharinger geht in den Hypo-Aufsichtsrat

Ex-RLB Oberösterreich-Chef Ludwig Scharinger soll sein Know how bei der notverstaatlichten Kärntner Hypo einbringen.

18:12

Speditionskartell: Geringe Geldbußen erwartet

Kartellrecht. Nach einem EuGH-Urteil muss das Kartellverfahren gegen rund 30 heimische Spediteure neu aufgerollt werden. Hohe Geldbußen sind nicht zu erwarten, sagt ein Jurist.

17:45

Alpine wankt - Insolvenz nicht auszuschliessen

"Wir haben den Business-Plan überprüft und überarbeitet und sehen, dass wir das für Jahresende angepeilte Ziel nicht halten können", sagt Alpine-Chef Arnold Schiefer.

17:27

Niemetz-Übernahme jetzt rechtskräftig

Der insolvente Wiener Schwedenbombenhersteller Niemetz hat nun einen neuen Eigentümer, den rumänischen Schokoproduzenten Heidi Chocolat. Zuvor hatte er monatelang ums Überleben gekämpft.

17:18

OeNB-Vize-Gouverneur Duchatczek suspendiert

Der Generalrat der Notenbank hat Vize-Gouverneur Wolfang Duchatczek mit sofortiger Wirkung vom Amt suspendidert. Sein Titel geht an OeNB-Direktor Ittner, inhaltlich übernimmt FMA-Vorstand Pribil.

Umfrage

  • Wer soll geringfügige Unternehmenssteuern regeln und kassieren?
  • Bund
  • Länder
  • Gemeinden