21.12.2012, 08:59  von Oliver Jaindl

Obi kündigt in Verwaltung jeden sechsten Mitarbeiter

Nicht nur Baumax, auch Obi muss umstrukturieren – Einkauf siedelt aus Österreich ab. Obi will laut internen Angaben Führungsagenden von seiner Österreich-Tochter nach Deutschland übertragen. In den Märkten selbst gibt es keine Kündigungen.

Wien. Die Probleme bei Baumärkten in Österreich scheinen nicht nur auf Baumax (wie berichtet) beschränkt zu sein: Auch die Franchise-Kette Obi strukturiert um und will laut mehrerer Insider seine Einkaufsabteilung bzw. Verwaltungs- und Führungsagenden nach Deutschland rückübertragen.

In der Systemzentrale in Wien wurden 33 der 206 Angestellten und Arbeiter dem AMS zur Kündigung voravisiert. Die einmonatige Frist nach der Ankündigung der Freisetzungen Mitte November ist am Montag abgelaufen.

Obi führt in Österreich einige eigene Baumärkte, der Rest ist in einem Franchise-System an selbstständige Betreiber vergeben. Die in Wien sitzende Tochter „Obi Bau- und Heimwerkermärkte Systemzentrale GmbH“ ist derzeit noch für die Agenden in Österreich und einen Teil des CEE-Raums zuständig.

Das soll sich nun ändern: Die Leitungsaufgaben bzw. Einkauf sollen künftig verstärkt von Deutschland aus erledigt werden, wie es heißt, weshalb jeder sechste Mitarbeiter zur Freisetzung gemeldet wurde. Allerdings befürchtet man intern mittelfristig weitere Kündigungen und einen gänzlichen Rückzug aus Österreich – die Betreuung Österreichs und verbundener CEE-Länder werde Deutschland übernehmen, befürchtet man laut „Flurfunk“ bei der Kette.

Bei Obi in Deutschland war am Donnerstag trotz mehrmaliger Anfrage niemand für eine offizielle Stellungnahme erreichbar. Obi verfügt über keinen Betriebsrat mehr. Von den Kündigungen sollen dem Vernehmen nach auch Führungskräfte in der Österreich-Tochter betroffen sein. Laut Mitarbeitern gab es in letzter Zeit keine Betriebsversammlungen.

Baumax-Sanierung

Unterdessen steht bei Baumax die Sanierung: Die Kette hat sich am Donnerstag mit ihren Gläubigern auf ein Sanierungskonzept geeinigt. Das aus 15 Banken bestehende Konsortium wird die Rückzahlung bestehender Darlehen auf drei Jahre aussetzen und frisches Geld im Umfang von rund 80 Millionen € gewähren. Die Eigentümerfamilie Essl schießt zwölf Millionen € zu, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. In Österreich sollen keine Filialen geschlossen werden und kein Mitarbeiterabbau stattfinden.

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Kommentare

1 Kommentare

Verbleibende Zeichen: 1500

Gast: jokaor meint

baumax - da die essels über millionen verfügen, wird das kein problem sein - sie wollen halt auch, wie viele andere firmen auch, , mit einem schuldenschnitt weitere millionen verdienen -

verfasst am 08:02 23.12.2012

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