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07.01.2013, 13:54
Die heimischen Hoteliers haben im abgelaufenen Jahr eine Investitionspause eingelegt - für 2013 rechnet die Österreichische Hotel- und Tourismusbank Ges.m.b.H. (ÖHT) aber schon wieder mit einer Belebung. "Die Finanzierungsanträge sind 2012 ein bisschen flau hereingekommen und lagen im dritten Quartal um nur 0,5 Prozent über dem Niveau der Vergleichsperiode des Jahres davor", berichtete ÖHT-Geschäftsführer Franz Hartl am Montag vor Journalisten in Wien. Insgesamt erreichten die Investitionen ein Volumen von etwa 3 Mrd. Euro.
Branche nützte 2012 zum Schuldenabbau
"Die Branche hat das Jahr genützt, um sich zu konsolidieren", so Hartl. Die Cashflows auf hohen Niveaus seien dazu verwendet worden, Schulden zurückzuführen.
Mit dem geringen Investitionszuwachs lagen die touristischen Unternehmer erstmals seit Jahren hinter der Dynamik der Gesamtwirtschaft. 2011 legten die Investitionen der Tourismuswirtschaft noch etwas über 4 Prozent zu, während die Gesamtwirtschaft den Mittelfluss noch etwas schwächer (um 3,8 Prozent) steigerte.
2009 klaffte die Bereitschaft, Geld in die Hand zu nehmen, noch weiter auseinander: Die Investitionen von Hotellerie und Gastronomie erhöhten sich gegenüber dem Jahr davor um 4 Prozent, die Gesamtwirtschaft hingegen lag sogar knapp im Minus.
Optimierung der Betriebsgrößen
Der Großteil der Gelder fließt derzeit den Angaben zufolge in die Optimierung der Betriebsgrößen - bestehende Hotelbetriebe bauen mehr Zimmer, mehr Kapazitäten auf. "Dadurch wird mehr Umsatz und mehr Cashflow geschaffen", erklärte Hartl. Mit größeren Kapazitäten sei letztlich mehr Geld zu verdienen.
Die Branche ist immer noch sehr klein strukturiert: die durchschnittliche Beherbergungsgröße in Österreich liegt bei 45 Betten. Deutlich über 100 Betten bewirtschaftet nur die Vier-Sterne-Hotellerie.
Genug Wellness im Land
Doch auch Investitionen in Mitarbeiterunterkünfte und Tiefgaragen sind laut ÖHT stark im Steigen. Deutlich weniger Geld als früher werde hingegen für Wellness-Einrichtungen ausgegeben. "Das Thema Wellness hat sich erschöpft", so Hartl. 2002 flossen noch 28 Prozent der Investitionen in diesen Bereich, 2012 waren es nur noch 20 Prozent. Österreichweit sehen sich über 1.000 Unternehmen als Wellnesshotels an. "Das ist ein großes Becken, in dem sich bereits viele tummeln."
50 Prozent der Investitionskosten geben die Hoteliers in einem Umkreis bis 30 Kilometer aus, nur 6 Prozent der Gelder fließen an ausländische Auftragsnehmer. 94 Prozent werden also wertschöpfungsmäßig im Inland eingesetzt.
Mehr Investitionen bei Ganzjahresbetrieben
Die meisten Investitionen (60 Prozent) tätigten Ganzjahresdestinationen und Regionen, in denen die Wintersaison den Schwerpunkt bildet (37 Prozent). Aus Sommersaisongebieten kamen nur 3 Prozent der Investitionen. "Der Sommer dümpelt in Österreich auf schwachem Niveau dahin", so die ÖHT-Chefs Hartl und Wolfgang Kleemann. Reine Sommer- oder Winterbetriebe gebe es in der 3-, 4-und 5-Sterne-Hotellerie nur noch sehr selten - im Schnitt haben die Hotels 305 Tage im Jahr offen.
Die zuletzt deutliche Verlangsamung bei den touristischen Investitionen ab dem zweiten Halbjahr 2012 ist laut ÖHT eine durchaus gesunde Entwicklung. "Dieses Tempo jährlich zu steigern kann man ja nicht auf Dauer durchhalten und ist auch letztlich ein Thema der Verschuldung", sagte Hartl und erinnerte an Zuwachsraten von 12 Prozent in 2005, 6 Prozent in 2006, 10 Prozent in 2007 und fast wieder 10 Prozent in 2008. Er sei sicher, dass 2013 und 2014 wieder ganz anders aussehen werde.
(APA)
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Kommentare
2 Kommentare
Analytikerin meint
Wenn mehr Investitionen in Ganjahresbetriebe gesteckt wird heißt dass auch indirekt, dass mehr Leute im jeweiligen Ort sind und dadurch auch andere Betriebe wie die ansässigen Thermen bzw. der Konsum von Gütern vom jeweiligen Ort.
Verschuldung ist sicherlich ein Problem. Deswegen wird nicht jedes Jahr Unmengen an Geldern in einen bestimmten Bereich fließen. Wahrscheinlich fließt nach einiger Zeit wieder einiges in den Bereich Thermen/Wellness etc..
Aber: Die Eurothermen weiter zu stärken wäre sicher eine gute Investition, da sie eine starke wirtschaftliche Stütze von Oberösterreich darstellt.
verfasst am 17:39 20.01.2013
doktorprice meint
verfasst am 16:42 20.01.2013