13.01.2013, 22:25  von Barbara Forstner

Bittner nimmt im Export den Hut

Bild: Wolfgang Stadler

Textilien. Bad Ischler Manufaktur fertigt in fünfter Generation Trachtenhüte. Es sind schwere Zeiten, sagt Franz Bittner. Konkurrenz aus Billiglohnländern mache der Branche zu schaffen.

Bad Ischl. Es sind schwere Zeiten, sagt Franz Bittner. Konkurrenz aus Billiglohnländern mache der gesamten heimischen Textilbranche zu schaffen. Er sei da keine Ausnahme. Der Hutmacher aus Bad Ischl führt in fünfter Generation das Gewerbe seiner Vorfahren weiter. „Ich bin damit aufgewachsen und hatte nie den Gedanken, etwas anderes zu tun."

Früher Lieferant für den Hof des Kaisers, der die Sommerfrische in Ischl verbrachte, war Bittner einmal ein Betrieb mit 50 Mitarbeitern. Heute ist er einer der letzten seiner Zunft. Österreichweit gibt es nur noch 25 Hutmacher. Bittner fertigt ausschließlich Trachtenhüte. In der hauseigenen Werkstatt und einem Fachgeschäft arbeiten heute 14 Mitarbeiter. Zu den Kunden gehören Blaskapellen oder Trachtenvereine. „Wir machen vor allem Vereinsausstattung", sagt Bittner. Beliefert werden aber auch Trachtenfachgeschäfte, Jagdausstatter und Hutfachhändler.

Aus Spanien, Portugal und Italien blieben die Aufträge heuer weitgehend aus. Wie es dort weitergeht, kann Bittner noch nicht sagen. „Ich glaube, die Dramatik kommt erst. Im nächsten Jahr wird es extremer." Allein Südtirol sei „ein bisschen besser". Neue Märkte zu erschließen, ist schwierig, „da wir keine Mode machen, sondern nur auf Trachten spezialisiert sind".

Profitiert hätte er vom Lodenmantelboom der vergangenen Jahre, der bis nach Norddeutschland geschwappt ist. Jeder sei auf der Trachtenwelle mitgeschwommen. Das Interesse habe jedoch wieder nachgelassen.

China kaufe zudem Rohstoffe wie Wolle oder Hasenhaar in großen Mengen und treibe damit die Preise - bis zu 30 Prozent sind die Kosten für Rohmaterial in den vergangenen zwei Jahren gestiegen. Das könne man nicht stemmen, sondern müsse die Preise erhöhen, meint der Hutmacher - angesichts der großen Konkurrenz keine leichte Entscheidung. Qualität hat eben ihren Preis, sagt Bittner und werde durchaus geschätzt.

Große Pläne schmiedet der Bad Ischler nicht: „Wir müssen abwarten, wie sich der Markt entwickelt, und wollen halten, was wir haben."

 

Das WirtschaftsBlatt 3 Wochen gratis testen
» Jetzt kostenlos bestellen

18:19

Kärnten hat ein neues Budget

18:17

Team Stronach will Schweinwerfer aus dem Gesetz eliminieren

17:07

AUA kann wieder abheben – neuer Kollektivvertrag unterzeichnet

Mehr auf wirtschaftsblatt.at

    Mehr aus dem Web

    WERBUNG

    Kommentare

    1 Kommentare

    Verbleibende Zeichen: 1500

    Gast: hm meint

    Immer wenn die Probleme eines kleinen spezialisierten Unternehmens mit steigenden Rohstoffpreisen begründet werden schrillen bei mir die Alarmglocken über die betriebstechnischen Grundkenntnisse der Führung.

    verfasst am 14.01.2013, 09:24

    16:20

    Römersteinbruch St. Margarethen - Sanierungsplan zurückgezogen

    Der alte Betreiber Opernfestspiele St. Margarethen GmbH & CoKG hat den Sanierungsplan – wie erwartet – zurück gezogen. Neuer Betreiber Arenaria GmbH mit Tosca ab 2015.

    13:13

    Vergabeverfahren: KMU setzte sich gegen Gemeinde durch

    Das kuriose Ende eines Rechtsstreits zwischen einem Glasbauer und einer Wachauer Gemeinde: Die Gemeinde zahlte erst, als die Pfändung schon beschlossene Sache war.

    13:13

    Das war's: Hypo Alpe Adria als Bank begraben

    Aus Hypo Alpe Adria International wurde "Heta", für den Verkauf der Balkan-Banken an Advent/EBRD gilt eine Deadline bis Ende November - der Deal hängt von der Zustimmung der Bayern ab. Was bleibt, ist eine neue Bad Bank.

    13:13

    KBA-Mödling: Abbau von 385 Stellen reicht nicht, nun wackeln 500

    Der Stellenabbau beim Druckmaschinenhersteller KBA-Mödling muss offenbar ausgeweitet werden.

    10:58

    Forstinger fährt wieder in die Gewinnzone

    Der Konsolidierungskurs der Autozubehörkette Forstinger zeigtWirkung. Nach turbulenten Jahren schreibt Forstinger wieder Gewinne. Und das soll 2014 so weitergehen.

    Umfrage

    • Wie stehen Sie zu dem Handelsabkommen TTIP?
    • TTIP sollte abgeschlossen werden
    • Zustimmung nur nach Entschärfung riskanter Punkte
    • Generell dagegen