16.01.2013, 13:16  von Wolfgang Drucker

Neugründungen in Österreich leicht rückläufig

WKÖ-Präsident Leitl: Heimische Unternehmen sind bei der Lebensdauer die besten Europas / Bild: FOLTIN Jindrich

Gründungen. In Österreich wurden 2012 34.600 Unternehmen gegründet. Weniger als im Jahr davor, für WKÖ-Präsident Leitl aber trotzdem Grund zur Freude.

Wien. Heute sei ein „Freudentag für die österreichische Wirtschaft", sagt Wirtschaftskammerpräsident (WKÖ) Christoph Leitl bei der Präsentation der Unternehmensgründungsstatistik 2012. „25 Insolvenzen pro Tag stehen 105 Neugründungen gegenüber." 2012 haben sich insgesamt 34.652 Personen selbstständig gemacht. Die meisten Neugründungen mit rund 40 Prozent gab es laut Angaben der WKÖ in der Sparte Gewerbe und Handwerk, gefolgt vom Handel mit rund 25 Prozent und Information und Consulting mit einem Anteil von 20 Prozent.

Vergleicht man die Zahlen allerdings mit den Jahren zuvor, ist die Zahl der Unternehmensgründungen seit Jahren leicht rückläufig. 2010 gab es rund 37.000 Gründungen, 2011 nur noch rund 35.300 und im vergangenen Jahr nochmals um rund 700 weniger. Die Gründungsstatistik hänge eng mit der Konjunktur zusammen, sagt Leitl: „Aktuell sind viele potentielle Gründer wegen der langfristigen Folgen der Wirtschaftskrise besorgt".

Einzelunternehmen weit vorne

Betrachtet man die Neugründungen nach Rechtsformen, sind Einzelunternehmen klar vorne: Sie kommen insgesamt auf 77,3 Prozent. Mit nur 10,8 Prozent weit abgeschlagen waren 2012 die Gründungen von GmbHs. Mit der seit langem geforderten Einführung einer "GmbH light" soll sich das noch in diesem Jahr ändern. Wann der Startschuss für die neue Rechtsform fällt, ist aber immer noch nicht abschätzbar. „Ich bin zuversichtlich, dass bis Sommer eine Lösung gefunden wird", sagt Markus Roth, Bundesvorsitzender der Jungen Wirtschaft. „Die Stellen, die bisher blockiert haben, blockieren nicht mehr so stark."

"Beste Überlebensquote Europas"

Positiv könne hingegen festgehalten werden, dass sich immer mehr Frauen selbstständig machen. 2012 waren rund 42 Prozent der Gründer weiblich, das ist zumindest ein Prozent mehr als 2011. Und dabei sind Gründungen aus dem Gewerbe Personenbetreuer - das sind die 2007 legalisierten 24-Stunden-Pflegekräfte - nicht enthalten.

Ebenfalls positiv zu bewerten wäre die lange Lebensdauer österreichischer Unternehmen. Nach drei Jahren sind 80 Prozent immer noch im Geschäft und gehören noch dem Gründer, nach fünf Jahren sind es immerhin noch 70 Prozent. Leitl: „Die Überlebensquote ist die beste in Europa."

Das WirtschaftsBlatt 3 Wochen gratis testen
» Jetzt kostenlos bestellen

09:25

Schiffsfonds und Prozesskosten: EAS ringt um heimische Kläger

09:18

Run auf das Essen aus dem Internet

08:35

Soko Kfz schnappt 30 Autodiebe - eine Million Euro Schaden

Mehr auf wirtschaftsblatt.at

    Mehr aus dem Web

    WERBUNG

    Kommentare

    0 Kommentare

    Verbleibende Zeichen: 1500

    08:07

    Wiener Linien-Notbetrieb: "Ganz schlecht" bis "Kein Problem"

    Aufgrund von Betriebsversammlungen haben die Wiener Linien am Mittwoch den Betriebsstart nach hinten verlegt, die Reaktionen der Fahrgäste fielen gemischt aus. Der Betriebsrat verteilte Pieps-Alarme an das Fahrpersonal.

    06:49

    Finanzberater: „Es gibt keinen Wirtschaftszweig, wo es nicht Vorauszahlungen gibt"

    Ein OGH-Urteil zur Vergütungspraxis von Finanzdienstleistern wie dem Ex-AWD (jetzt Swiss Life Select) bringt die Branche in Aufruhr.

    06:47

    Zinshaus-Sanierung wird für Investoren attraktiver

    Immobilien. Das Plus bei Richtwert und Lagezuschlag erhöht die Renditen im Altbau um bis zu 0,5 Prozentpunkte. Damit bekommen Neubau-Vorsorgewohnungen Konkurrenz.

    06:46

    "Die US-Wirtschaft tickt völlig anders"

    Interview. Günstige Energie ist laut Harold L. Sirkin von der Boston Consulting Group nicht ausschlaggebend für die Reindustrialisierung in den USA. Europa müsse rasch aufholen.

    22.04.2014, 16:41

    OMV, Gazprom erörtern alternative Versorgungsrouten für Gas

    Das Treffen zwischen OMV-General Gerhard Roiss und Gazprom Gazprom-CEO Alexei Miller am Dienstag in Wien fand vor dem Hintergrund er laufenden Ukraine-Krise statt.

    Die Redaktion empfiehlt

    Umfrage

    • Wo liegt Ihr Notgroschen?
    • Am Girokonto
    • Sparbuch
    • Andere Anlageformen
    • Unterm Kopfkissen