20.01.2013, 13:35

Ermittler wähnen Grassers Nähe zu Ex-Porsche-Chef

Hatte Grasser Ex-Porsche-Chef Wiedeking einen Gefallen getan? / Bild: APA (HERBERT NEUBAUER)

Korruption. "Standard": Ex-Finanzminister bekam Sonderkonditionen. Steuernachzahlung für Porsche. Grasser: Habe Entgelt bezahlt. Wiedeking dementiert.

Wien. In der Causa Grasser interessieren sich die Ermittler für einen Porsche-Leasingvertrag, den der damalige Finanzminister 2003 zu Sonderkonditionen abgeschlossen hat. Laut "Standard" (Wochenende) muss Porsche dafür Steuern nachzahlen. Zudem werfe die Staatsanwaltschaft Karl-Heinz Grasser ein Naheverhältnis zu Ex-Porsche-Chef Wendelin Wiedeking vor, was dieser bestreite.

Grassers Anwalt Manfred Ainedter war am Sonntag in der Früh für die APA kurzfristig nicht zu erreichen. Bei Porsche in Stuttgart hieß es, die Pressestelle sei erst wieder am Montag besetzt.

Konkret geht es um einen Leasingvertrag für den Porsche 911 Carrera 4 Cabrio. Grasser habe für das Auto Zahlungen von 9.946 Euro geleistet, allerdings habe die Finanz auf Basis der Porsche-Angaben für die Normverbrauchsabgabe einen Wert von 33.415 Euro errechnet, schreibt die Zeitung unter Berufung auf den Steuerakt von Grasser. Die Differenz von 23.469 Euro sei demnach als "Entgelte von dritter Seite" nachzuversteuern, weil die "verbilligte Porsche-Nutzung dem Dienstverhältnis zuzurechnen" sei, heiße es in dem Akt. Dieser Zusammenhang erhärte sich wegen der "VIP-Stellung als Minister, welche eine besondere Werbewirksamkeit hat."

VIP-Rabatt

Grasser hat laut "Standard" in seiner Einvernahme gemeint: "Ich hatte ein VIP-Leasing und habe das Entgelt bezahlt." Die Sonderkonditionen habe er "wie einer von vielen VIPs bekommen."

Grasser habe zudem den Antrag gestellt, Sektionschef Wolfgang Nolz zu vernehmen, da er den Beamten seinerzeit gefragt habe, ob die Leasingkonditionen in Ordnung gingen. Bei seiner Befragung vergangene Woche habe Nolz auf die Frage, ob die Leasingbedingungen annehmbar seien, mit "nein" geantwortet, schreibt die Zeitung.

Weiters werfe die Staatsanwaltschaft Grasser ein Naheverhältnis zum früheren Porsche-Boss Wiedeking vor und berufe sich dabei auf ein Schreiben des Deutschen. Darin bedanke sich Wiedking anlässlich des Ausscheidens Grassers aus der Politik Anfang 2007 dafür, dass der Minister auf EU-Ebene "zur Verhinderung der von Porsche strikt abgelehnten Quartalsberichte beigetragen" habe. "Das werde ich Ihnen niemals vergessen", heißt es in dem Brief dem Bericht zufolge. Auch nicht, dass Grasser in die Heimatstadt Wiedekings gereist sei, um ihm in Bietigheim des Große Silberne Ehrenzeichen mit dem Stern für Verdienste um die Republik Österreich zu überreichen, so der "Standard".

 

Das WirtschaftsBlatt 3 Wochen gratis testen
» Jetzt kostenlos bestellen

31.07.2014, 19:27

Steuern: „Das war's mit der Glaubwürdigkeit"

31.07.2014, 19:23

Schweizer Steuerdeal bringt keine Fekter-Milliarde

31.07.2014, 18:55

Geldsegen für den Mittelstand

Mehr auf wirtschaftsblatt.at

    Mehr aus dem Web

    WERBUNG

    Kommentare

    0 Kommentare

    Verbleibende Zeichen: 1500

    31.07.2014, 15:56

    Rom will Stromnetzlücke zu Kärnten schließen

    Seit Jahren versauchen Betreiber die 41 Kilometer messende Stromnetzlücke zwischen Kärnten und dem Friaul zu schließen.

    31.07.2014, 15:51

    Ex-Flughafen-Vorstand Gabmann mit Gehaltsklage teils erfolgreich

    Der früherer niederösterreichische Landeshauptmannvize Ernest Gabmann wehrte sich gerichtlich gegen vorzeitige Ablöse. Laut Urteil kann er 346.000 Euro erwarten. Airport will berufen - Schadenersatzverfahren läuft.

    31.07.2014, 15:38

    Argentinien schuldet Österreich "zweistelligen Millionenbetrag"

    Argentinien schuldet seinen Gläubigern knapp zehn Milliarden Dollar. Auf die österreichische Exportwirtschaft hat die mögliche Staatspleite Argentiniens aber kaum Auswirkungen.

    31.07.2014, 15:30

    Westbahn fährt weiter in den roten Zahlen

    Der private ÖBB-Konkurrent Westbahn konnte das Minus im Jahresabstand aber auf 14,5 Millionen Euro fast halbieren.

    31.07.2014, 15:04

    Alfred Heinzel: "Der Papier-Markt wird dramatisch einbrechen"

    Die Papier-Massenproduktion wird dramatisch einbrechen, sich halbieren, glaubt der Papierindustrielle Alfred Heinzel. Schärfere Russland-Sanktionen würden auch seine Branche treffen.

    Die Redaktion empfiehlt

    Umfrage

    • Finanzskandal in der Bundestheater-Holding: Wie soll es mit den Theatern weitergehen?
    • Ja, wichtig für Kultur und Tourismus
    • Radikalreform mit Einsparungen
    • Zusperren, zur Touristensaison ohnehin geschlossen
    • Weiß nicht