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01.02.2013, 10:29 von Christian Kreuzer
„Wenn die Konjunktur anspringt, könnte die Kreditklemme ein Thema werden“, so RZB-Chef Walter Rothensteiner / Bild: Günter Peroutka
Wien. Bis dato war für die heimischen Banken das Wort Kreditklemme tabu. Nun sieht Walter Rothensteiner, Obmann der Bundessparte Banken und RZB-Chef, die Gefahr einer solchen auf die österreichische Wirtschaft zukommen. „Jetzt ist davon nichts zu spüren, aber wenn die Konjunktur wieder anspringt, könnte das ein Thema werden", warnt der RZB-Chef.
Derzeit sei die Nachfrage nach Krediten nicht sehr groß, das bestätigte diese Woche auch die Oesterreichische Nationalbank, die auch davon sprach, dass die Banken ihre Richtlinien zum dritten Mal in Folge verschärft haben. Verantwortlich für eine mögliche Kreditklemme macht Rothensteiner die vielen Regularien wie Eigenkapitalaufbau, Bankensteuer und Basel III.
Am Beispiel der Bankenabgabe rechnet er den Effekt vor: „Wir zahlen 200 Millionen € pro Jahr, in fünf Jahren ist das eine Milliarde €, dadurch können wir um neun Milliarden € weniger Kredite vergeben", so der RZB-Chef.
Investitionsstau
In der Bank Austria teilt man die Befürchtung nicht, dass es zu einer Kreditklemme kommen werde. Das größte Institut des Landes plant für 2013 jeden Monat eine Milliarde € frische Kredite den Unternehmen zur Verfügung zu stellen. „Wir glauben, dass heuer mehr investiert werden wird, weil es einen gewissen Investitionsstau gibt"; sagt Helmut Bernkopf, der seit Jahresbeginn das Geschäft mit Firmen- und Privatkunden bei der Bank Austria verantwortet.
Die Bank rechnet damit, dass sich das Wachstum bei den Investitionen gegenüber dem Vorjahr auf 1,1 Prozent verdoppeln wird. Im nächsten Jahr prognostiziert sie gar ein Plus von 2,8 Prozent. Bernkopf ortet auch keinen Anstieg notleidender Kredite in Österreich. „Die Rate bewegt sich nach wie vor auf einem niedrigen Niveau", so der Vorstand. Im WirtschaftsBlatt-Interview hat RBI-Chef Herbert Stepic zuletzt von einer steigenden Rate fauler Kredite gesprochen, weil sie nun auch große Unternehmen betrifft.
Mit dem Land Salzburg hat die Bank Austria keine Geschäfte mehr offen. Die letzte Position sei im September 2012 geschlossen worden. Im Geschäft mit Gebietskörperschaften sieht sich die Bank durch das Spekulationsverbot für Länder und Gemeinden indes nicht beeinträchtigt
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