01.02.2013, 14:25

Sonntagsöffnung: Gewerkschaft zeigt Dayli an

Bild: WB/Mayr

Einzelhandel. Die Gewerkschaft hat die Handelskette Dayli (ehemals Schlecker) wegen der Sonntagsöffnung der Filiale in Linz-Ebelsberg angezeigt.

Wien. Gestern wurden Anzeigen beim Magistrat Linz wegen widerrechtlicher Ladenöffnung und beim Arbeitsinspektorat  gegen Dayli eingebracht, sagte GPA-djp-Geschäftsführer Karl Proyer im Gespräch mit der APA. Heute, Freitag, werde noch eine Klage wegen unlauterem Wettbewerb abgeschickt.

Mitte Jänner hatte der Schlecker-Nachfolger Dayli zwei Testfilialen in Pöggstall (NÖ) und Linz-Ebelsberg mit dem neuen Nahversorgerkonzept aufgemacht. Neben Drogerieartikeln werden in den Geschäften auch Lebensmittel, Textilien, Haushalts- und Elektrogeräte, Dienstleistungen wie ein Office-Center zum Faxen und Scannen und ein integriertes Bistro angeboten. In den kommenden Monaten will dayli weitere 100 Filialen mit dem neuen Konzept eröffnen.

Dayli-Miteigentümer Rudolf Haberleitner verteidigt die Sonntagsöffnung, die mit einem Gutachten rechtlich abgesichert sei. "Wir haben nichts ungesetzliches gemacht", sagte Haberleitner. Sonst müssten auch alle Tankstellenshops zusperren, die Lebensmittel verkaufen.

"Alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen"

Die Gewerkschaft habe Dayli mehrfach darauf hingewiesen, die Filialen nicht am Sonntag aufzusperren, erklärte Proyer. An mehreren Sonntagen wurden nun Probekäufe gemacht und dies dem Magistrat übermittelt. "Wir hoffen, dass die Behörden rasch einschreiten werden." Die Gewerkschaft werde "alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen", um die Sonntagsöffnung bei dayli und auch im Einkaufszentrum von Richard Lugner im 15. Wiener Gemeindebezirk zu bekämpfen. Die Handelskette dürfe nur das Bistro am Sonntag aufsperren, aber keine anderen Supermarktprodukte verkaufen, betonte GPA-djp-Geschäftsführer.

Gastronomie-Konzept

Dayli hatte gehofft, mit dem Betrieb eines Bistros der Sonntagsöffnungsregelung ein Schnippchen zu schlagen: "Wir sehen uns nicht dem Einzelhandel zugeordnet, sondern der Gastronomie", sagte dayli-Geschäftsführer Peter Krammer kürzlich dem Fachmagazin "Regal". "Alle Shops werden durch das neue Gastronomie-Konzept am Sonntag aufsperren können."

Konzeptphase

Auch der dayli-Betriebsrat habe sich für das neue Nahversorgerkonzept inklusive Sonntagsöffnung ausgesprochen. Er verstehe nicht, warum die Gewerkschaft dem Betriebsrat nun in den Rücken falle.

Die Sonntagsöffnung sei aber noch nicht fix. Derzeit befinde man sich noch in der Konzeptphase für die 885 dayli-Filialen in Österreich. Am 21./22. Februar werde die Handelskette weitere Details zur Geschäftsstrategie vorstellen. Bei zu wenig Kundeninteresse könne die Sonntagsöffnung auch wieder gekippt werden.

Die Gewerkschaft hatte dayli gestern wegen widerrechtlicher Ladenöffnung beim Magistrat Linz und beim Arbeitsinspektorat angezeigt.

 

(apa)

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Kommentare

2 Kommentare

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Hui, da werden sich die "Schlecker-Frauen - originäre Kreation der deutschen Gewerkschaft für diese Handelsangestellten - riesig freuen. Denn wenn auch der neue Eigentümer der Ex-Schlecker-Läden diese dann zusperrt gibts von der Gewerklschaft für die überflüssig Gewordenen beim Anstellen beim AMS gute Ratschläge und im Fernsehen Bedauerungsrhetorik. Die Bonzokratie weiß schon, was Frauen wünschen. Auf alle Fälle besser, als die Frauen selbst.

verfasst am 10:44 02.02.2013

Gourmet meint

Sonntag. komisches Thema. (wer hat das eigentlich eingeführt?)

In dem Lied "New York new York" singt Fred Astaire etwas von : "ich möchte aufwachen, in einer Stadt die niemals schläft ..." - aber einkaufen?

verfasst am 18:45 01.02.2013

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