05.02.2016, 06:31  von Oliver Jaindl

Novomatic und AGH suchen Wege aus der Pattsituation

Novomatic gegen AGH - ein Glücksspiel? / Bild: (c) 2013 Bloomberg Finance LP

Die beiden Bieter um die Mehrheit der Casinos Austria sind in Kontakt, bis Ende März soll es Ergebnisse geben. Novomatic interessiert sich auch für den Anteil der Öbib ernsthaft.

LONDON. Bei der Übernahmeschlacht um die Casinos Austria (Casag) zwischen Novomatic und der tschechischen Austrian Gaming Holding (AGH) geht es nun Schlag auf Schlag. Wie bereits im Vorfeld der Entscheidung berichtet, hat die Bundeswettbewerbsbehörde eine detaillierte Prüfung der Übernahme angeordnet. Auf der Glücksspielmesse in London meldete sich nun die Konzernspitze von Novomatic zu Wort und redete Tacheles: Man bestätigte, dass man mit den Tschechen in Kontakt stehe und an einer Lösung arbeite. Diese soll es in Bälde geben.

Keine Unbekannten

Wie berichtet, hatte sich am Beginn der Woche Finanzminister Hans Jörg Schelling zu Wort gemeldet und beide Bieter aufgefordert, ihr Kriegsbeil für das Wohl der Casag und ihrer umsatzstarken Tochter Österreichische Lotterien zu begraben. Das Problem ist, dass Novomatic von Casag-Miteignern unterschriebene Kaufverträge für Anteile hat, die Tschechen aber von der VIG ein Teilhaber-Unternehmen gekauft haben, das Vorkaufsrechte geltend machen kann. Beide meldeten daraufhin bei der Bundeswettbewerbsbehörde an, die Kontrolle in der Casag übernehmen zu können. Beide behaupten, ihnen stünde die Vormachtstellung in der Casag zu, beide bestreiten, dass der jeweils andere diese Position geltend machen kann. Auch vor Gericht wird bereits gestritten.

Wie nun Novomatic-Vorstandschef Harald Neumann auf der Glücksspielmesse erklärte, sei man nach dem Schelling- Aufruf einerseits in Gesprächen mit den Tschechen – und: In „vier bis sechs Wochen soll eine Lösung auf dem Tisch liegen: Ich glaube, dass das möglich sein wird“, sagte Neumann. Nachsatz: „Fix ist aber nichts.“ Wie berichtet, hat das Kartellgericht fünf Monate Zeit zu entscheiden, wer die Casag übernehmen darf. Dazu kommt, dass aus rechtlichen Gründen auch noch die Glücksspielbehörden von Kanada und Australien ein Statement abgeben müssen, da die Casag auch dort aktiv ist.

Sollten sich die Tschechen und Novomatic auf einen Deal einigen können, könnte auch die Ausgangslage im Verfahren anders als bisher aussehen. Dazu kommt noch, dass Novomatic laut Neumann auch bereit wäre, den Drittelanteil der Republik zu übernehmen. Diese zierte sich aber bisher.

Allerdings sind sich Novomatic und die Tschechen, die in Griechenland im Lotto-Geschäft tätig sind, nicht ganz unbekannt. Denn Novomatic belieferte sie mit Equipment. Neumann hebt daher hervor, dass das tschechische Konsortium über Erfahrungen im Lotto-Geschäft verfüge und Novomatic im Automaten-, Online-, Technik- und Casinobereich die Kernkompetenzen habe, somit also beide Unternehmen zum Leistungsportfolio der Casag mit Casinobetrieben und Lotto passen. Neumann rechnet damit, dass am Ende zumindest „sechs bis sieben“ Teilhaber an der Casag übrig bleiben könnten. Aus der Casag selbst hat es bereits geheißen, dass man eine Vereinfachung der recht komplexen Eigentümerstruktur goutieren würde. Neumann selbst ist ein großer Freund dieses Gedankens:„Je einfacher eine Struktur ist, desto einfacher ist sie zu führen.“


[LXZYV]

("Wirtschaftsblatt", Print-Ausgabe, 05.02.2016)

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