10.02.2016, 09:39  von APA

Letzte Bilanz in alter Grösse: 1,3 Milliarden Euro Gewinn für die Bank Austria

Bank Austria-Chef Willibald Cernko legt seine letzte Bilanz vor / Bild: APA/ROBERT JAEGER

Die Bank Austria hat im Vorjahr ihren Nettogewinn knapp behauptet. Das Kreditrisiko lag bei über einer Milliarde Euro. Mit Abspaltung von Osteuropageschäft läge Gewinn bei etwa einer halben Milliarde Euro.

Die Mailänder UniCredit hat, wie am Dienstag berichtet,  im Vorjahr 1,7 Milliarden Euro verdient. Ihre Wiener Tocher Bank Austria legte am Mittwoch ihre Zahlen für 2015 vorgelegt. Es war die letzte Jahresbilanz in alter Aufstellung - und nicht die schlechteste: mehr als 1,3 Milliarden Euro wurden im Vorjahr verdient. Bank Austria-Chef Willibald Cernko kann damit mehr Gewinn vorweisen als Raiffeisen Bank International-Chef Karl Sevelda und Erste Group-Chef Andreas Treichl. Die RBI hat im Vorjahr 383 Millionen Euro verdient, die Erste Group geschätzte 960 Millionen Euro. Zahlen gibt es am 26. Februar.

Bis Ende 2016 geht das Ostgeschäft der Bank Austria an die Mutter UniCredit. Damit ist der wichtigste Ertragsbringer weg. Wäre das jetzt schon so, hätte die Bank Austria 105-110 Milliarden Euro Bilanzsumme und schätzungsweise nur etwas mehr als eine halbe Milliarde Gewinn gehabt.

In der jetzigen Aufstellung lautete die Bilanzsumme per Ende 2015 auf 193,6 Milliarden Euro (plus 2,4 Prozent). Unterm Strich wies die Bank einen Jahresgewinn von 1,325 Milliarden Euro aus, ein leichter Rückgang um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr (Vorjahreszahlen leicht adaptiert). Im letzten Quartal hat die Bank noch aufgeholt.

Die Bilanz war geprägt von weiter sinkenden Nettozinserträgen und höheren Wertberichtigungen und Vorsorgen im Osten: Die Kreditwertberichtigungen stiegen in Summe um 28,8 Prozent auf 1,007 Milliarden Euro. Grund dafür war unter anderem die Franken-Zwangskonvertierung in Kroatien, die mit 205 Mio. Euro zu Buche schlug. Die Kredit-Causa in Kroatien hat auch der dortigen Tochter einen Vorsteuerverlust von 49 Millionen Euro beschert. Die Kreditkosten 2015 fielen im wesentlichen im Ostgeschäft an, wo sie gleich um die Hälfte anstiegen, das Kreditrisiko im österreichischen Kundengeschäft wird mit "de facto null" beschrieben.

Mit 367 Millionen Euro schlug in der Jahresbilanz 2015 der Verlust in der Ukraine samt weiterer Abschreibposten im Zusammenhang mit der zum Verkauf gestellten Tochter Ukrsotsbank zu Buche, geht aus den am Mittwoch veröffentlichten Bank Austria-Jahreszahlen hervor.

Raiffeisen überrascht mit 383 Millionen Euro Jahresgewinn – Wieder keine Dividende

Die Ukraine-Last war denn auch hauptverantwortlich dafür, dass der Nettogewinn der ganzen Osteuropasparte im abgelaufenen Jahr von 1,003 Milliarden Euro auf 604 Millionen Euro zurückgegangen ist.

Auch in Russland mussten Kreditvorsorgen erhöht werden, die Banktochter dort ist aber weiter profitabel. Die Russland-Bank hat nach Angaben aus dem Konzern einen Vorsteuergewinn von 276 Millionen Euro ausgewiesen. Vom Geschäft in der Türkei wurden sogar 436 Millionen Euro Gewinn vor Steuern verbucht, und aus den Operationen in Tschechien und der Slowakei 260 Millionen Euro. Auch die Ungarn-Tochter habe sich stark verbessert, betont die Bank.

Das gesamte Betriebsergebnis (vor Kreditrisiko) der Bank Austria lag 2015 bei 2,8 Milliarden Euro. Der Ostsparte waren dabei 2,34 Milliarden Euro zugerechnet, und dem Österreich-Geschäft rund 700 Millionen Euro. Dazu kommen Ertrags- und Abzugsposten, die keinen Segmenten direkt zugeordnet sind. Positiv für die Bilanz waren 2015 u.a. umfangreiche Immobilienverkäufe.

16:16

Tiefschlag für Kärnten in Tourismus-Studie

16:04

Oberbank legt bei Kapitalerhöhung nach

15:58

Zweistelliger Rückgang bei Lebensversicherung-Prämieneinnahmen

Kommentare

0 Kommentare

15:52

EU-Austrittspartei will Leopoldstadt-Wahl weiter anfechten

Nachdem die Stadtwahlbehörde abgewunken hat, macht sich die EU-Austrittspartei nun auf den Weg zum VfGH um auch den zweiten Wahlgang in der Leopoldstadt zu beeinspruchen.

12:46

Herbstlohnrunde: Metaller wollen drei Prozent mehr

Da ist für jeden was dabei: Während laut Wifo das Wirtschaftswachstum etwas besser als erwartet ausfallen soll, schwächeln die Exporte. Die Vertreter der Arbeitnehmer haben nun das erste Angebot in den Ring geworfen.

11:53

Verlagsgruppe News baut bis zu 100 Mitarbeiter ab

Das Sparprogramm für die Verlagsgruppe News (VGN) liegt vor. Der mitbeteiligte CEO Horst Pirker präsentierte ein "Überlebensprogramm". Millionen-Einsparungen geplant.

11:47

Lebensversicherungspolizzen werden immer ertragsschwächer

Lebensversicherungsverträge werfen künftig immer weniger Kapitalertrag ab. Laut Wifo schmälern immer mehr Faktoren die Erträge.

11:24

Bürger können die Hälfte des Stroms selbst erzeugen

Für EU-Bürger gibt es großes Potenzial, gut die Hälfte des Strombedarfs künftig selbst zu produzieren. In Österreich wären das ab 2050 37 TWh an elektrischer Energie.