15.02.2016, 08:18  von Elisabeth Hofer

Uni als Ideenfabrik für Start-ups

Unis fördern Studierende bei der Gründung von Start-ups /

Die Geschäftsideen vielversprechender Start-ups entstehen oft an den Universitäten. Nicht ohne Grund. Förderprojekte sollen Studierenden bei der Unternehmensgründung helfen.

Eine App, über die man sich bei Fremden zur Homeparty oder zum Abendessen einladen kann – das ist die Geschäftsidee von Clemens Giselbrecht. Mit „HostedBy“ hat er sich vor einem Jahr selbstständig gemacht.
Was nach einem Party-Gag klingt, hat gewissermaßen akademischen Hintergrund: Bis 2014 hat Giselbrecht an der Universität Liechtenstein International Management und Entrepreneurship studiert und sich dabei intensiv mit dem Thema Shared Economy auseinandergesetzt. In seiner Bachelorarbeit widmete er sich unter anderem verschiedenen Geschäftsmodellen, die mit den Besonderheiten der Shared Economy arbeiten. Nach seinem Uni-Abschluss startete er dann selbst in die unternehmerische Praxis.

Ähnlich erging es Katharina Unger, die seit einiger Zeit mit ihrer Insektenzuchtfirma „Livin Farms“ erfolgreich ist. Auch sie entwickelte die Idee dazu im Rahmen ihrer Diplomarbeit des Studiengangs Industrial Design an der Universität für angewandte Kunst in Wien.

Karriere als Unternehmer

Beide Fälle zeigen: Universitäten sind Brutstätten für Business-Ideen, aus denen erfolgreiche Start-ups werden. „Bei uns kommt das immer wieder vor“, bestätigt Andrea Danmayr von der Universität für angewandte Kunst. Genaue Statistiken darüber, wie viele Geschäftsideen erfolgreicher Start-ups an den Unis entstehen, gibt es zwar nicht, doch auch Peter Karg von der TU Wien spricht von bis zu 15 Start-up-Gründungen durch Studierende oder jüngere Mitarbeiter der TU pro Jahr.

Laut Wiener Start-up-Studie sind die meisten Neounternehmer (81 Prozent) Akademiker. Häufig kommen sie aus den Bereichen Wirtschaft, Technik und IT oder Naturwissenschaft. Die hohe Akademikerdichte bei den Start-up-Gründern hat einen Grund: „Die österreichischen Universitäten legen zunehmend Wert darauf, Entrepreneurship zu fördern“, sagt Irene Fialka vom universitären Inkubatorennetzwerk AplusB. „Immerhin tragen junge Unternehmen stark zur Wettbewerbsfähigkeit der Region bei“, erklärt sie. Auch an der TU versucht man, Studierende stärker zum Weg in die Selbstständigkeit zu ermutigen.

Größere Erfolgschancen

Im Rahmen des Gemeinschaftsprojekts „Garage“ verschiedener Unis sollen Studierende die Grundlagen der Unternehmensgründung erlernen und Geschäftsideen entwickeln. Tatsächlich werden nach Kursende etwa 20 Prozent der geplanten Projekte in die Tat umgesetzt. Laut Rudolf Dömötör, Direktor des Entrepreneurship Center Networks an der WU, seien die von den Unis unterstützen Start-ups weitaus erfolgreicher als andere. Fialka nennt dazu beachtliche Zahlen: Nach fünf Jahren würden noch 87 Prozent aller durch die AplusB-Zentren unterstützten Projekte existieren. Von jenen ohne Förderung überleben nur 64 Prozent länger als fünf Jahre.

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Kommentare

1 Kommentare

csag8074 meint

Unterstützende Fördermaßnahmen für innovative Ideen sind sicher gut, aber zu wenig. Es braucht einen großen Topf mit Risikokapital dass sich die Gründer von Unternehmen mit völlig neuen Geschäfts- und Produktideen einfach und unbürokratisch in ausreichender Höhe abholen können. Denn mit ein paar Tausend Euro ist in der Regel bei technischen Produkten niemanden geholfen. Schon her nicht wenn sich der Entwickler selbst um die Vermarktung kümmern muss. Das zweite ist zudem, dass den angehenden Unternehmern die Angst genommen werden muss dass sie im Falle eines Scheiterns sich auf viele Jahre zum Sklaven von Gläubigern zu machen. Und beide Punkte können mit einer Börse für Startups gelöst werden...

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