25.02.2016, 12:26  von APA

T-Mobile Austria wächst wieder

T-Mobile Austria-Chef Andreas Bierwirth / Bild: Alexandra Eizinger WB

Die Deutsche Telekom kann mit ihrer T-Mobile-Tochter in Österreich zufrieden sein. Sie hat bei Umsatz und Ergebnis zugelegt.

Die Deutsche Telekom hat im Vorjahr ihren Betriebsgewinn um 13 Prozent auf 20 Milliarden Euro gesteigert. Getrieben wurde das Wachstum von der Tochter T-Mobile US. Auch  T-Mobile Austria hat das Geschäftsjahr 2015 erfolgreich abgeschlossen.  Der Umsatz stieg  um rund 2 Prozent auf 829 Millionen Euro. Das bereinigte EBITDA erhöhte sich um 23 Prozent auf 259 Millionen Euro, das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg um 85 Prozent auf 117 Millionen Euro, die Zahl der SIM-Karten (Subscriber) konnte um rund 8 Prozent auf 4,3  Millionen gesteigert werden.

"Dieses Ergebnis im abgelaufenen Geschäftsjahr ist besonders erfreulich, da der Mobilfunkmarkt aufgrund des von der EU verordneten Eintritts virtueller Betreiber erneut unter Druck geraten ist", sagte T-Mobile Austria-Chef Andreas Bierwirth,  "wir haben es geschafft, den Umsatzverfall der Mobilfunkbranche zu stoppen und auf den Wachstumspfad zurück zu kehren."

Treiber des Geschäftes war der Verkauf von Routern für den Internet-Zugang über das Festnetz sowie die zunehmende Zahl der Geschäftskunden. "Wir sind das Backbone der Festnetzversorgung geworden", so Firmenchef Andreas Bierwirth bei der Präsentation der Jahresbilanz heute, Donnerstag. Doch leider sei dies bei der Politik noch nicht angekommen, denn bei der Vergabe der Breitbandmilliarde des Bundes seien die Mitbewerber der "mexikanischen Telekom Austria" (O-Ton Bierwirth) leer ausgegangen.

Statt dessen seien erhebliche Summen in die Leerverrohrung geflossen. "Dadurch wird Österreich nicht digital, das sind Bauaufträge", kritisierte Bierwirth. Jedenfalls seien die ländlichen Gebiete "völlig unterversorgt" - wobei dies schon am Stadtrand von Wien beginne.

Da fühlt sich Bierwirth von der Wirtschaft schon eher wahrgenommen. Im Geschäftskundenbereich sei T-Mobile Austria im Vorjahr zweistellig gewachsen, 39 der Top 100-Firmen stünden inzwischen auf der Referenzliste - darunter auch die AUA, deren Chef Bierwirth bis März 2012 war.

Und auch eine zweite Ex-Personalie spielte bei der Pressekonferenz eine Rolle: Bierwirth ärgert sich, dass Post-Chef Georg Pölzl in der Politik für die Papierrechnung lobbyiert, während er diese in einer früheren Cheffunktion noch verdammte. Pölzl war der Vor-Vorgänger von Bierwirth als Chef von T-Mobile Austria.

Sehr zufrieden zeigte sich Bierwirth mit der Umstellung auf das "Wie-ich-will-Prinzip", das unter anderem für unversperrte Geräte und eine tariflichen Trennung von Netzverbindung und Handy sowie einen frei wählbaren Handy-Upgrade-Zeitpunkt steht. Dadurch habe sich die Wechselrate bei den Mobiltelefonen von zwei auf ein Jahr verkürzt, wodurch die Gebrauchtgeräte noch so aktuell sind, dass sie am 2. Markt verkauft werden können.

Ebenfalls sehr gut laufe das Geschäft mit dem "Internet der Dinge", also der Maschinen-zu-Maschinen-Kommunikation via eingebaute SIM-Karte. Hier habe T-Mobile Austria die Führungsfunktion im Mutterkonzern Deutsche Telekom. Diese setze die T-Mobile-SIM-Karten weltweit ein, 2016 würde die 1-Million-Marke überwunden.

Bei den virtuellen Netzbetreibern, die kein eigenes Netz haben, ist T-Mobile laut Bierwirth unangefochten die Nummer 1. T-Mobile stellt neben H.O.T. unter anderem noch UPC das Mobilfunknetz zur Verfügung.

Durch die Konzernmutter Deutsche Telekom, die in allen Ländern der Balkan-Flüchtlingsroute vertreten ist, sei man ein wichtiger Partner der Asylsuchenden. "Das verbindet uns" sei ein zentraler Unternehmenswert. "Wir bleiben bei den Menschen" stellte Bierwirth klar. Rund 200 WLAN-Hotspots betreibt T-Mobile Austria für Flüchtlingseinrichtungen, im Monat fallen rund 30 Terabyte an Datenmenge an. Auffallend sei, dass die Flüchtlinge fast ausschließlich Datenkommunikation betreiben, Roaming spiele kaum eine Rolle.

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