25.02.2016, 17:25  von apa

"Überwiegend negative Auswirkungen auf die Ertragslage"

Der Rechnungshof klopft der Kelag Wärme GmbH hörbar auf die Finger. / Bild: (c) WB/Guenther Peroutka

Die Kelag Wärme GmbH, Tochter des Kärntner Energieversorgers Kelag, wird in einem Bericht des Rechnungshofes scharf kritisiert.

Klagenfurt/Wien. Der Expansionskurs der Kelag Wärme GmbH im vergangenen Jahrzehnt führte dazu, dass 2009 22 Beteiligungen im In- und Ausland bestanden, die enorme Verluste brachten. Die Strategie war nicht mit der Konzernmutter abgestimmt, die Vergabeverfahren intransparent, bemängeln die Prüfer.

Die Beteiligungen hatten laut Bericht "überwiegend negative Auswirkungen auf die Ertragslage", viele von ihnen mussten Konkurs anmelden oder einen außergerichtlichen Ausgleich durchführen. Die Prüfer rechnen vor, dass dem eingesetzten Kapital in der Höhe von 31,13 Mio. Euro lediglich Rückflüsse von 3,58 Mio. gegenüberstanden. Die Verluste werden mit 12,15 Mio. Euro beziffert, die Aufwendungen mit 1,70 Mio. Die meisten ausländischen Beteiligungen wurden wieder verkauft, zwei im Inland mussten den Betrieb einstellen. Die Verluste waren teils darauf zurückzuführen, dass die Auslandsengagements zu umfangreich angelegt waren, zudem fehlten wesentliche Steuerungselemente wie etwa ein strategisches Controlling.

Die Expansion im Wärmesektor wurde dem Unternehmen ursprünglich von den Mehrheitseigentümern Land Kärnten und RWE-Konzern verordnet. Die beiden schlossen im Mai 2001 einen Syndikatsvertrag, nachdem die RWE einen Anteil von 49 Prozent an der Kärntner Energieholding-Beteiligungs-GmbH erworben hatte.

Die Prüfer bemängelten auch die Art, wie die Kelag Wärme Bau- und Montagearbeiten vergab. Die Aufträge wurden in Bau- und Montagearbeiten, vereinzelt auch in Rohrlieferungen, gesplittet, um sie ohne vorherigen Aufruf zum Wettbewerb vergeben zu können. Dies sei unzulässig, schreiben die RH-Prüfer, bei einer gesetzeskonformen Zusammenrechnung hätten Aufträge oftmals ausgeschrieben werden müssen. Solche Mängel fanden sich bei fast allen überprüften Vergabeverfahren, einige davon wurden als "erheblich und unbehebbar" eingestuft. Das mögliche Einsparungspotenzial berechneten die Prüfer mit 3,31 Mio. Euro.

Zum Konzern gehören die Kelag und die Tochtergesellschaften KNG-Kärnten Netz GmbH (früher Kelag Netz GmbH), Kelag Wärme GmbH, KI-Kelag International GmbH, Interenergo d.o.o. und Kärntner Restmüllverwertungs GmbH (KRV). Darüber hinaus ist die Kelag mit zehn Prozent an der Verbund Hydro Power AG und mit 35 Prozent an der Stadtwerke Kapfenberg GmbH beteiligt. Im Jahr 2014 schrieb der Konzern einen Gewinn von 94 Mio. Euro, bei einem Umsatz von 1,44 Mrd. Euro.

22.08.2016, 11:27

Zirbenkissen, bald made in München

20.08.2016, 09:50

Schwimmer im Wörthersee verschwunden

17.08.2016, 17:13

Hirsch Servo kauft in Rumänien zu

Kommentare

0 Kommentare

17.08.2016, 10:55

Unwetter: Millionenschäden an Kärntens Straßen

Nach den schweren Unwettern vom Montagabend müssen in Kärnten teure Straßensanierungen durchgeführt werden.

10.08.2016, 14:26

Nach Kresta-Pleite Neustart unter K industries GmbH

Franz Kreuzer führt die Geschäfte nach der Pleite von Kresta unter einem neuen Dach weiter. Zahl der Mitarbeiter fast halbiert.

10.08.2016, 11:27

Symbolische Millionenpleite in Kärnten

Das Kärntner Heimatwerk hat am Mittwoch am Landesgericht Klagenfurt Insolvenz angemeldet. Voererst Weiterführung.

04.08.2016, 17:41

Trotz Formfehler grünes Licht für Biomassekraftwerk in Klagenfurt

Das Land Kärnten hat Einsprüche gegen den Baubescheid für das Biomassekraftwerk Klagenfurt abgelehnt. Eine Nichtig-Erklärung wäre unverhältnismäßig, so die Erklärung.

03.08.2016, 12:36

Kärnten: Politischer Widerstand gegen geplanten Grenzzaun

Politiker mehrerer Parteien, SPÖ, ÖVP, NEOS, Grüne und Slowenische Einheitsliste EL, haben am Mittwoch in Klagenfurt gegen Pläne des Innenministeriums zum Bau eines Zauns an der Grenze zu Slowenien protestiert.

Bilder des Tages

Umfrage

  • Warum gehen Väter seltener in Karenz als Frauen?
  • Karrierenachteile
  • Angst vor Imageverlust
  • Finanzielle Einbußen
  • Keinen Rückhalt vom Chef
  • Es gehen genug Männer in Karenz