12.12.2012, 00:05  von Michael J. Mayr

Red-Bull-Plan wird zum Aufreger

Dietrich Mateschitz kaufte Kaserne / Bild: apa/Barbara Gindl

Immo. Salzburgs Wohnbaufirmen nehmen den Verkauf der Rainerkaserne an Red Bull nicht widerspruchslos hin. Sie fordern dort Wohnungen. Auch der Ortschef meldet Bedarf an.

Elsbethen. Eineinhalb Monate nach dem Verkauf der Rainerkaserne in Elsbethen-Glasenbach an Red Bull herrscht Aufregung. „Dass die Republik 18 Hektar an herrlichem Lebensraum einfach an den Bestbieter vergibt, ohne Verpflichtungen für die Öffentlichkeit, darf nicht sein", kritisiert Salzburgs international erfolgreichster Baudeveloper Franz Fürst. Der Errichter der Zentrale des Pharmariesen Pfizer in Zürich sowie des Stuttgarter Vorzeige-Stadtteils Killesberghöhe (Kosten: 160 Millionen €) meint, dass Österreich hier internationalen Entwicklungen nachhinke. Fürst: „In Deutschland werden Verkäufe öffentlicher Grundstücke gewichtet nach Preis und Nutzungskonzept. Auch Bürgerbeteiligung werde gefordert. Denn was die ­öffentliche Hand mit einem Privatkonzern als Bestbieter gewinnt, muss sie später an Wohnzuschüssen in mehrfacher Höhe ausgeben."

Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz wollte sich dazu nicht äußern. Er hat das Kasernenareal am Südrand der Stadt Salzburg um 23,5 Millionen € von der Heeresimmobilien-GmbH Sivbeg mit dem Plan ersteigert, dort die Red-Bull-Zentrale neu zu errichten. Das jetzige Headquarter in Fuschl platze aus allen Nähten, und man müsse in ganz Salzburg Büros anmieten. „Die Rainerkaserne wird daher durch die Unternehmensgruppe selbst genutzt", teilte Mateschitz nach dem Kauf mit.

Widmung als Chance

Der private Bauunternehmer Fürst ist mit der Kritik an Red Bulls Plänen nicht allein. Salzburgs gemeinnützige Wohnbauträger fordern die Gemeinde Elsbethen auf, einen Teil der Kaserne für Mietwohnungen zu widmen. Im Flachgau sei der Bedarf am größten im Bundesland, sagt Gemeinnützigen-Sprecher Markus Sturm. Elsbethens Bürgermeister Franz Tiefenbacher will die Widmung als Chance nützen. Er braucht dringend 70 Mietwohnungen. „Das wird schwierig. Mateschitz hat da wenig Freude."

Sivbeg verteidigt Deal

Sivbeg-Sprecher Ernst Eichinger verteidigt den Bestbieter-Deal: „Das ist unser gesetzlicher Auftrag und bei jedem Kasernenverkauf gleich."

 

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Kommentare

5 Kommentare

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Die werden den Dieter noch so ärgern, dass er sich über die Grenze begibt. Dann werd's ganz blöd schauen, die Genossen. Seinen Hangar 7 in Sichtweite, und die Steuern nach Bayern. Super, Leute, so mach'mas! Diese Superreichen sind schon ein Ärgernis, weg mit ihnen, wir brauchen sie nicht,..... oder vielleicht...... immer diese sozialistische Ungewissheit... Freundschaft! (Sakasmus off)

verfasst am 15:53 14.12.2012

rolli1950 meint

diese typisch österreichische gesudere, wird herrn mateschitz nicht kratzen ! gut so bestbieter hat bezahlt und basta !

verfasst am 15:23 13.12.2012

Gast: NunJa meint

... neben der Tatsache, dass hier beste Arbeitsplätze entstehen, an denen es im Raum Salzburg sicher auch mangelt, sollte die Kritik eines privaten Bauunternehmers wohl nicht All zu viel Gehör bekommen. Dieser sieht in der Ansiedlung von RedBull sicher keinen Bauauftrag den dieser bekommen könnte, da RB selbst ein hervorragendes Bauunternehmen im Konzern beinhaltet. Zudem werden Neider erst immer dann munter, wenn grundsätzlich hervorragende Ideen nicht deren Eigene waren und aus dem Grund der Einfachheit der Idee jedem in den Allerwertesten beißen lassen könnte nicht selbst darauf gekommen zu sein ...
Müsste man darauf warten dass hier seitens der Länger gebührende Wohnungen errichtet werden, dann würden Jahre vergehen und eine Verwendung der alten Bausubstanz sowieso nicht mehr andenkbar. So ist die Entscheidung des Verkaufs an einen der führenden österreichischen Unternehmen sicher die beste Entscheidung gewesen, da neben sinnvoller Verwendung des Areals auch Arbeitsplätze entstehen und die Qualität des Betriebes und der Arbeitsplätze gehoben werden kann!

verfasst am 15:09 12.12.2012

Gast: franz7 meint

Die Gemeinde kann froh sein ,einen solchen neuen Eigentuemer zu haben!Gut bezahlte Arbeitsplaetze in der heutigen Zeit!!Baufirma Fuerst hatte ja auch die Gelegenheit mit zu bieten,wollte wahrscheinlich weiger bezahlen um einen persoehnlich hoeheren Gewinn zu erzielen.

verfasst am 15:10 13.12.2012

Alfi meint

Nun kriechen also die Ratten aus Ihren Löchern, weil ihre korrukten Strukturen gestört wurden.
Steigbügelhalter dafür war stets der Salzburger Landtag mit seinen Landesratlosen.
Die sofortige Streichung der Landtage wird immer unausweichlicher !

verfasst am 11:26 12.12.2012

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