03.03.2016, 13:44  von Leo Himmelbauer

Apfel-Land und Steirerfrucht: Zwei Millionenpleiten auf einen Schlag

Bild: FOLTIN Jindrich / WB

Die Steirerfrucht Betriebsgesellschaft m.b.H. & Co KG und ihre Tochter Apfel-Land Fruchtlogistik GmbH haben Insolvenz angemeldet. Beide Unternehmen haben Schulden von zusammen 36 Millionen Euro.

Die Serie von Millionenpleiten in der Steiermark reisst nicht ab. Am Donnerstag haben die Firmen  Steirerfrucht Betriebsgesellschaft m.b.H. & Co KG und Apfel-Land Fruchtlogistik GmbH am Landesgericht Graz Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt. Beide Verfahren wurden mittlerweile eröffnet.

Von der Steirerfrucht-Pleite sind 16 Dienstnehmer und 57 Gläubiger betroffen. Passiva von 24,21 Millionen Euro stehen Aktiva von 15,4 Millionen Euro gegenüber. Geplant ist die Sanierung des Unternehmens im Wege einer übertragenden Sanierung, um so der Obstwirtschaft dem derzeitigen Umfeld angepasste betriebliche Strukturen zu erhalten. Masseverwalter ist der Grazer Rechtsanwalt Herbert Ortner. Apfel-Land beschäftigt 97 Dienstnehmer, von der Pleite sind 14 Gläubiger betroffen. Das Unternehmen hat Passiva von 12,35 Millionen Euro und Aktiva von 2,19 Millionen Euro. Zum Insolvenzverwalter wurde die Klein, Wuntschek & Partner Rechtsanwälte GmbH aus Graz bestellt, berichten die Gläubigerschutzverbände AKV und KSV1870.

Steierfrucht ist ein Unternehmen der Raiffeisen Landesbank Steiermark und der Steirerfrucht Verwaltung Genossenschaft. An Apfel-Land ist das Steirerfrucht mit 16 Prozent beteiligt, acht Prozent gehören Obst Hofer (ebenfalls eine Firma der RLB Steiermark), die Mehrheit an Apfel-Land halten die beiden Absatzgemeinschaften Ludersdorf und Steirerfrucht.

Wie der Gläubigerschutzverband KSV1870 erfahren hat,  wurden von Steirerfrucht vor dem Hintergrund der zu erwartenden Entwicklung der Obstwirtschaft im Jahr 2007 Lagerkapazitäten erweitert. Die Steigerungen konnten jedoch nachhaltig nicht gehalten werden, da sich das wirtschaftliche Umfeld im Bereich der Obstwirtschaft immer schwieriger gestaltete. Als Folge der bestehenden Überkapazitäten der Anlagen fielen erhebliche Leerkosten an. Diese allgemeine wirtschaftliche Situation wurde durch die Überkapazitäten in Europa und das Russland-Embargo massiv verschärft. Man versuchte im Vorfeld, die Steirerfrucht-Unternehmensgruppe zu veräußern, laut Schuldnerin scheiterten die Verkaufsbemühungen mit ernsthaften Interessenten überraschend.

Das Unternehmen schrieb im Geschäftsjahr 2013/14 einen Verlust von knapp 20 Millionen Euro, der Bilanzverlust von 21,6 Millionen Euro hatte ein negatives Eigenkapital von minus 13,4 Millionen Euro zur Folge.

Im Eigentum von Steirerfrucht stehen Liegenschaften in einem Gesamtausmaß von 8,3 Hektar, wovon   4,2 Hektar verbaute Fläche darstellen.

Steirerfrucht mit 23 Prozent am grössten österreichischen Obstvermarkter, der Exportvereinigung Apfel EVA Handels GmbH, beteiligt. Dieser ist von den Insolvenz nicht betroffen.

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