20.12.2012, 18:07  von Fabian Graber

Druck auf heimische Hersteller von Solarmodulen steigt

80 Prozent der verbauten Module kommen aus China / Bild: Colourbox

Energie. Obwohl Photovoltaik in Österreich massiv ausgebaut wird, sinken die Umsätze heimischer Modulhersteller. Sie werden zunehmend von Billiganbietern aus Asien verdrängt.

Wien. Panels auf Dächern von Einfamilienhäusern, Solarparks mit Bürgerbeteiligung, Module auf Bürogebäuden: Der schnell voranschreitende Photovoltaik-Ausbau ist nicht zu übersehen. Auch heuer wird sich die installierte Leistung in Österreich verdoppeln und der Umsatz mit Modulen auf 100 Millionen € steigen. Davon profitieren allen voran Hersteller aus Fernost, die mit billigen Modulen den Markt fluten, während die wenigen heimischen Produzenten darniederliegen.


„2009 sind die Modulpreise um 30 Prozent gefallen, da haben die Probleme begonnen", sagt Manfred Smolak zum WirtschaftsBlatt. Vor zwölf Jahren ist der Unternehmer in die industrielle Modulproduktion eingestiegen. Im Jahr 2007 investierte er vier Millionen € in eine Produktionslinie für Siliziumzellen, da es durch den massiven Ausbau in Deutschland, Spanien und Italien zu Engpässen gekommen war. Dementsprechend gut lief das Geschäft: Auf dem Höhepunkt zählte Smolaks Unternehmen PVT Austria über 140 Mitarbeiter und machte rund 76 Millionen € Umsatz. Heuer werden es mit 38 Angestellten knapp neun Millionen € sein.

In den vergangenen vier Jahren hat der europäische Photovoltaikmarkt eine Konsolidierung durchgemacht, die ihresgleichen sucht. „Dabei wurde viel Know-how nach Fernost exportiert, ohne die Folgen zu beachten", sagt Smolak. Mittlerweile würden 80 Prozent der in Österreich verbauten Module aus China kommen, wo die Produktion vom Staat subventioniert wird. Das erlaubt konkurrenzlos günstige Preise.

Die EU-Kommission arbeitet nun an einer Anti-Dumping-Klage gegen China. „Wir haben auch Unterlagen nach Brüssel geschickt", sagt der Unternehmer. Smolak spricht sich für Strafzölle aus, wie sie etwa die USA einheben. Dort würden die Photovoltaik-Produzenten wieder Mitarbeiter einstellen.

Mit Qualität punkten

Es sei „nicht von der Hand zu weisen, dass großer Druck aus China kommt", erklärt auch Martin Zechner, Sprecher des Kärntner Modulherstellers Kioto Photovoltaics. Im vergangenen Jahr machte das ­Unternehmen noch einen Gewinn von 1,2 Millionen €, heuer rechnet Zechner mit einem Verlust. Trotzdem gebe es noch „ein Recht, hier zu produzieren". Man müsse die Qualität der Module und die heimische Wertschöpfung stärker in den Vordergrund stellen. Zechner geht auch ­davon aus, dass die Modulpreise mittelfristig steigen werden - und damit die Umsätze wieder anziehen.

Das WirtschaftsBlatt 3 Wochen gratis testen
» Jetzt kostenlos bestellen

12:54

Ohne Wolfgang Ambros verdiente music promotions nichts - Firma insolvent

01.09.2014, 13:24

Wien startet neues Betreuungsangebot für Alkoholkranke

01.09.2014, 13:07

Fernwärme ab sofort für 250.000 Wiener Haushalte teurer

Solar-Pleiten

Die größte Firmenpleite am heimischen Solarmarkt spielte im Burgenland: Im vergangenen Jahr musste der Solarzellenproduzent Blue Chip Insolvenz anmelden. 110 Mitarbeiter wurden entlassen, die Schulden betrugen über 78 Millionen €. Kürzlich traf es zwei Unternehmen aus Kärnten: Die RG Fertigungstechnik und ESC Energy Systems sind insolvent. Der Grund: Krise am Solarmarkt und Auftragsrückgänge.

Mehr auf wirtschaftsblatt.at

    Mehr aus dem Web

    WERBUNG

    Kommentare

    3 Kommentare

    Verbleibende Zeichen: 1500

    Aha, gell ja, das mit dem "Geschäft mit der Sonne" wurde uns doch als d i e "Wachstumschance" von den Polit- und anderen Grünen immer als Arbeitsplatzzgenerator vorgegaukelt. Damit wir herkömmliche Industrien mit immer neuen Vorschriften und Schützerl, Kontrollen und Beauftragterln heimdrehen können. Von wegen wir hätten doch die überlegene Technik. Und jetzt produzieren die Chinesen in modernsten Fertigungsstraße billiger als "wir" und unsere stark subventionierte "Sonnenindustrie"....Wird schon etwas dran sein, dass Millionen von chinesischen Ingenieuren zumindest so findig und tüchtig sind - wie ein paar Hundert tatsächlich in der Wertschöpfun bei uns. Dafür haben wir aber mehr "EnergiesparberaterInnen" im öffentlichen Dienst als wahrscheinlich Indien und Chiona zusammen...

    verfasst am 22.12.2012, 19:43

    ich verstehe das ganze Gejammer nicht,
    wenn China subventioniert, sollte man "danke" sagen und module billig kaufen, verbauen, und alle passenden Dächer
    in Österreich verwenden, der Bund sollte keine Förderungen mehr vergeben sondern Kredite mit 2% Zinsen auf 10-20 Jahre
    wer mit mehr über vernünftige Politik diskutieren möchte: oeep@inode.at/eklama@inode.at und http://oeep1.jimdo.com

    verfasst am 21.12.2012, 10:50

    Gast: RDF2 meint

    Wenn die Module so teuer bleiben, wie bisher, dann müssen wir weitern Millionen an Subventionen an die Photovoltaik bezahlen.... dann schon lieber Billigmodule aus Fernost.

    verfasst am 21.12.2012, 09:36

    28.08.2014, 12:13

    143.000 Fahrgäste haben gewählt: U5 wird türkis

    Rosa war eine Möglichkeit, ab 65 Prozent jener, die abstimmten, entschieden sich für Türkis als Leitfarbe für die neue U-Bahn-Linie U5.

    27.08.2014, 15:46

    Taxi-Konkurrent Uber baut Angebot in Wien massiv aus

    Der Kampf um Fahrgäste in Wien wird härter: Eine Fahrt zum Flughafen um 20 Euro, mit solchen Kampftarifen startet der Fahrdienst Uber seine Offensive in Wien.

    26.08.2014, 09:30

    Vapiano muss Schanigarten zusperren

    Tische verdecken das Blindenleitsystem des Bahnhofs Wien Mitte, Vapiano wird voraussichtlich einen Teil des Gastgartens im nächsten Jahr nicht mehr betreiben können. Österreich-Chef Philipp Zinggl hofft, dass die Sichtbarkeit nicht verloren geht.

    21.08.2014, 19:10

    Handels-Urgestein Köck schafft grünes Licht für Sanierungsplan

    Die in die Insolvenz geschlitterte Elektrohandelskette Köck kann weitermachen. Die Köck-Gläubiger stimmten einer 30 Prozent-Quote zur Sanierung zu.

    20.08.2014, 13:25

    Sonntagsöffnung: Ab September wird's in Wien ernst

    Wirtschaftsbund forciert die Einrichtung von Tourismuszonen in Wien. In ihnen ist die Sonntagsöffung erlaubt. Ab Septmber wird mit Bürgemeister Michael Häupl dazu verhandelt.

    Umfrage

    • Sind Sie mit der Wahl des neuen Finanzministers zufrieden?
    • Ja, absolut
    • Bleibt abzuwarten, wie er seinen Job macht
    • Nein
    • Weiß nicht