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21.01.2013, 18:30 von Günter Fritz
Österreichs Hauptstadt macht deutlich, wie die Uhren in der heimischen Tourismuswirtschaft wirklich gehen – nämlich, dass die Städte der Treiber für die Branche sind: „Der Städtetourismus ist für 14 Prozent der Nächtigungen aber 20 Prozent des Umsatzes verantwortlich“, sagte Wien Tourismusdirektor Norbert Kettner gestern bei der Präsentation der Jahresbilanz für das Jahr 2012. Und die kann sich sehen lassen: Mit 12,3 Millionen Nächtigungen schaffte die Donaustadt ein Plus von 7,5 Prozent im Vergleich zu 2011 – das ist mehr als das Doppelte der bundesweiten Zuwächse.
Der Städtetourismus habe sich als „Zugpferd für heimischen Tourismus etabliert“, sagt auch Petra Stolba, Chefin der Österreich Werbung: „Von 2000 bis 2011 verzeichneten die Landeshauptstädte ein fast vier Mal so großes Nächtigungsplus als der österreichweite Durchschnitt“.
So wird Wien etwa heuer auch beim Umsatz erstmals die Halbe-Milliarde-Grenze knacken – „und zwar deutlich“, so Kettner. Zwar liegen die Zahlen für den Dezember noch nicht vor, in den ersten elf Monaten des Vorjahres wurden in der Bundeshauptstadt aber bereits 492, 16 Millionen € netto erwirtschaftet. Das entspricht einem Plus von 10,2 Prozent.
Heuer soll sich der Aufwärtstrend „moderat“ fortsetzen, laut Plan ist bis 2015 ein durchschnittlicher Zuwachs von 3,5 Prozent bei den Nächtigungen und einer von 6,6 Prozent beim Umsatz vorgesehen.
Weltweiter Trend
Wien profitiert nicht nur wie Salzburg (siehe Kasten) vom weltweiten Trend zu Städtekurzreisen, sondern punkte auch vom „vielfältigen Kultur- und Erlebnisangebot sowie von speziellen MarketingSchwerpunkten wie beispielsweise in der Schwulen- und Lesbenzielgruppe“, sagt Kettner: „Hier werden wir 2013 erstmals multinational auftreten – auch in Ländern wie Russland oder Indien“. Bei Russen gab es 2012 insgesamt mit 22 Prozent übrigens das stärkste Plus (siehe Grafik).
Während Wien oder das Hochkulturmekka Salzburg „global wahrgenommen“ werden, hat die Ferienhotellerie ein „Produktproblem“, befindet der Präsident der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV) Sepp Schellhorn: „Im Winter funktioniert das Produkt Schnee gut, im Sommer sieht es aber anders aus; da gibt es zu viele austauschbare Angebote. Dadurch können die nötigen Preise nicht mehr verdient werden“.
Neue Produkt- und Vermarktungsideen seien für die Hotellerie daher „dringend gefragt“, so Schellhorn, der hier auf einer Linie mit Kettner ist: „Das reicht von individuellen und lokalen thematischen Zugängen bis hin zu einer neuen Definition von Luxus“.
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Wir werden die Halbe-Milliarde-Umsatzgrenze deutlich knacken
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