01.02.2013, 16:36  von Fabian Graber

Match Nabucco-TAP geht in heiße Phase

Nabucco-Konkurrent TAP erhöht den Druck / Bild: Bloomberg

Pipelines. Im Frühjahr fällt die Entscheidung, welche Pipeline kaspisches Gas nach Europa bringen wird. TAP schickt das finalen Angebot Ende Februar ab, sagt der CEO des Projekts.

Wien. Das Match zwischen den zwei Pipeline-Projekten Nabucco und Trans Adriatic Pipeline (TAP) nähert sich dem Finale: Ende Juni will das Gaskonsortium Shah Deniz in Aserbaidschan entscheiden, welche der beiden Röhren ab 2019 Gas nach Europa transportieren wird.

Im Gespräch mit dem WirtschaftsBlatt sagt der TAP-Vorstandschef Kjetil Tungland, man werde bis Ende Februar die letzten Verträge mit Shah Deniz und Anrainerstaaten abschließen und „das gesamte Paket" Ende März an das Konsortium schicken. „Das ist der letzte Schritt seitens TAP vor der Entscheidung", sagt Tungland. Auf Basis dieser Dokumente könne sich das Konsortium „ein klares Bild davon machen, wo wir bei der Entwicklung der Pipeline stehen und was es für sie bedeuten würde, wenn man sich für uns entscheidet."

TAP soll das kaspische Gas von der türkischen Grenze über Griechenland und Albanien bis nach Norditalien bringen, mit einem Teilabschnitt durch das Mittelmeer. Laut Tungland finalisieren die drei Anrainerstaaten ein zwischenstaatliches Abkommen, „um die politische Unterstützung für TAP zum Ausdruck zu bringen". Gutachten zu Umweltauswirkungen und technischer Gestaltung der Pipeline seien zum Großteil abgeschlossen.

Um sicherzustellen, dass die rund 400.000 Tonnen Stahl zum geplanten Baustart 2015 verfügbar sind, sollen „interessierte" Stahlproduzenten die geforderten Mengen schon jetzt zusagen, verlautbarte TAP am Freitag.

Konkurrenz zieht mit

Auch beim Konkurrenzprojekt Nabucco - an dem die OMV zu 16,67 Prozent beteiligt ist (siehe Kasten) - gibt es laufend Fortschritte: Zuletzt wurde die technische Vorplanung für die Pipeline an das italienische Unternehmen Saipem vergeben. Nabucco soll von der türkisch-bulgarischen Grenze über Rumänien und Ungarn bis zum Gasknotenpunkt nach Baumgarten bei Wien führen. Mitte Jänner wurde eine Einigung mit Shah Deniz erreicht, die dem Konsortium eine 50-Prozent-Beteiligung zusichert, sollte Nabucco zum Zug kommen. TAP hat diese Option bereits seit Herbst vergangenen Jahres in der Tasche.

Der Preis entscheidet

Eine entscheidende Rolle im Pipeline-Poker werden die Gaspreise spielen: Noch verhandle Shah Deniz mit Abnehmern in Europa, sagte ein Manager der beteiligten BP zuletzt. Man teste, „in welchen Märkten wir mehr Geld verdienen können". Bei TAP wird es als „Wettbewerbsvorteil" gesehen, dass die Pipeline in Italien endet: Die Gaspreise seien „relativ hoch", außerdem diene das Land als „Drehscheibe für ganz Europa", sagt CEO Tungland.

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An Nabucco sind derzeit RWE, die österreichische OMV, die ungarische MOL, die türkische Botas, BEH aus Bulgarien und die rumänische Transgaz beteiligt. Zum TAP-Konsortium gehören die Schweizer EGL und die norwegische Statoil mit je 42,5 Prozent. Die verbleibenden 15 Prozent hält Eon. Dem Shah-Deniz-Konsortium gehört der aserbaidschanische Staatskonzern Socar, BP, Statoil und Total an.

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