03.10.2012, 10:55  von Helmut Schebesta

Anpassung von IBAN und BIC für den Zahlungsverkehr

Ein Auslaufmodell: der Zahlschein / Bild: Wodicka

Steuertipp. Was hinter IBAN und BIC steckt und was man bei der Zahlungsanweisung beachten muss.

Die Zahlungsanweisung (Überweisung mit IBAN und BIC) ersetzt voraussichtlich mit 31. Jänner 2014 die bisherigen Belege (Zahlscheine, Überweisungen und Erlagscheine). Die Kontonummern müssen bis dahin entsprechend geändert werden.

Somit sollten alle Unternehmer möglichst bald die Umstellung auf SEPA (Single Euro Payments Area) vornehmen. An diesem Zahlungsverkehrsraum nehmen derzeit 32 Länder teil. Neben den 27 EU-Staaten (Frankreich mit den Überseegebieten) gehören SEPA auch die Schweiz, Monaco sowie die drei übrigen Länder des Europäischen Wirtschaftsraums Island, Liechtenstein und Norwegen an.

IBAN. Die International Bank Account Number (IBAN) ist die internationale Darstellung der Kontonummer und der Bank. Der Vorteil dieser Darstellungsweise: Mit der enthaltenen Prüfziffer ist es möglich, Zahlungsaufträge noch vor der Durchführung auf Richtigkeit der Kontonummer und Bankverbindung zu überprüfen.

In Österreich besteht die IBAN aus insgesamt 20 Stellen.

BIC. Der Bank Identifier Code (BIC) wird neben der IBAN als zweites Identifikationsmerkmal für die Weiterleitung von grenzüberschreitenden Zahlungen benötigt. Mit dem BIC (auch SWIFT-Code genannt) können Kreditinstitute weltweit identifiziert werden. SWIFT steht für Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication. Der BIC besteht aus acht oder elf Stellen (siehe Kasten).

Nummernvergabe. Die IBAN wird vom kontoführenden Kreditinstitut vergeben und darf ausschließlich von diesen ausgegeben werden.

SEPA-Lastschriften. Besonderer Beachtung bedarf es bei der Umstellung des Einzugsverfahrens (Lastschriften) auf den SEPA-Standard - dem SEPA Direct Debit CORE. Damit können als Unternehmer Beträge in Euro auch grenzüberschreitend vom Konto ihrer Kunden einziehen - basierend auf einem "Mandat" (= Einzugsauftrag), das der Zahlungspflichtige dem Zahlungsempfänger erteilt.

Die Abwicklung erfolgt ähnlich dem österreichischen Einzugsverfahren mit zusätzlichen Ausprägungen. Für jeden Einzug muss der Zahlungsempfänger (Einzieher, Creditor) ein Mandat vom Zahlungspflichtigen (Debtor) einholen und dafür eine eindeutige Mandatsreferenz vergeben.

Die wichtigste Merkmale dabei:

  • IBAN und BIC ersetzen Bankleitzahl und Kontonummer.
  • Jeder Unternehmer, der einzieht, benötigt eine Creditor ID.
  • Für jeden Einzug muss der Zahlungsempfänger (Einzieher, Creditor) ein Mandat (Einzugsauftrag) vom Zahlungspflichtigen (Debtor) einholen und dafür eine eindeutige Mandatsreferenz vergeben (die Banken sind in diesen Prozess nicht involviert).
  • Einheitliches europaweites Lastschriftverfahren mit einheitlichem Format und Rechtsrahmen für nationale und internationale Einzüge.
  • Keine Auslandskonten für die Abwicklung erforderlich.
  • Durch die Mandatsabwicklung sind eindeutige Prüfkriterien zur Verbesserung der Sicherheit definiert.
  • Bei strittigen Einzügen kann vom Debtor innerhalb von acht Wochen ab Einzugsdatum ohne Angabe von Gründen Einspruch eingelegt werden.

Weiterführende Informationen zum Thema SEPA geben die kontoführenden Kreditinstitute, darüber hinaus sind sie im Internet unter www.stuzza.at abrufbar.

 

(WirtschaftsBlatt, Print-Ausgabe, 2012-10-03)

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